Lukat lud zur Silberhochzeit

Uelzens Bürgermeister Otto Lukat brachte seiner Amtskollegin Sabine Danicke ein Foto von der Umbenennung der Salzwedeler Wilhelm-Pieck- in Uelzener Straße mit.

Uelzen/Salzwedel - Von Holger Benecke. „Aus heutiger Sicht haben wir trotz Trennung immer zusammengehört“, resümierte Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Danicke. Sie war gestern Gastgeberin der Feierstunde 20 Jahre Deutsche Einheit in der Salzwedeler Mönchskirche. Dort hatten sich Vertreter aus den drei Städten Uelzen, Lüchow und Salzwedel zusammengefunden.

„20 Jahre Deutsche Einheit – das ist die halbe Lebenszeit der DDR“, gab Uelzens Bürgermeister Otto Lukat gestern rund 200 Gästen einen Anstoß zum Nachdenken. Sein Lüchower Amtskollege Hubert Schwedland blickte voraus: „Wenn wir die Deutsche Einheit als eine Ehe verstehen, dann geht es jetzt stramm auf die Silberhochzeit zu.“ Gastgeberin Sabine Danicke zog in ihrer Festrede ein klares Resümee: „Wir sind in den 20 Jahren zusammengewachsen, weil wir zusammengehören.“

Die gemeinsame Feierstunde der drei Städte Salzwedel, Uelzen und Lüchow wurde von einem Gitarrenensemble der Musikschule Lüchow-Dannenberg begleitet. Bruno Panani spielte den Salzwedeler Walzer. Sinnbildlich für die Region: Der Wustrower Axel Kahrs, der enge Freundschaften zu Salzwedelern unterhält, las „Dichtung und Dichter an der Grenze“ als kulturellen Beitrag der Stadt Uelzen. Im Anschluss wurde die Ausstellung „Italienische Momente“ der Wolfsburger Maler Francesco Cannone und Salvatore Ciná eröffnet.

Das Kernstück der Einheitsfeierstunde war jedoch durch die Reden der drei Bürgermeister politisch geprägt und von Erinnerungen getragen. Hubert Schwedland schlug den Bogen von vor 20 Jahren „als wir uns in den Armen lagen“ zum heutigen „vertrauten Miteinander“ und sagte: „Ich möchte allen danken, die damals auf die Straße gegangen sind.“

Otto Lukat hat immer noch den Geruch der DDR-Brikettheizungen in der Nase, der früher durch Salzwedel waberte. Dann ging er auf den Mauerfall und die Wiedervereinigung ein: „Wir haben uns nicht vorstellen können, dass das wirklich passiert. Und wir waren im Westen überhaupt nicht darauf vorbereitet.“ Er strich die Gemeinsamkeiten heraus, die die drei Städte Salzwedel, Lüchow und Uelzen mit den gleichen Problemen kämpfen lassen. Zum Abschluss lud Uelzens Bürgermeister schon einmal zum nächsten Einheitsfest der drei Städte ein: „Den 25. Jahrestag feiern wir in Uelzen.“

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