Bis zu fünf Jahren angedacht

Uelzens Stadthalle: Verwaltungsausschuss favorisiert Weiternutzung

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Erhebliche Bedeutung, erheblicher Sanierungsbedarf: Wie es mit Uelzens Stadthalle weitergeht, bleibt ungewiss. Die Verwaltung setzt erst einmal darauf, Zeit zu gewinnen. Die Politiker der Stadt beraten jetzt und entscheiden nach der Sommerpause.

Uelzen. Kegelbrüder, die „Alle Neune!“ rufen, Tanzende, die zu feuriger, moderner oder klassischer Musik übers Parkett schweben und Schützen, die es im Schließstand krachen lasen – all das könnte es in der Uelzener Stadthalle fünf weitere Jahre geben.

Denn in seiner jüngsten Sitzung hat der Verwaltungsausschuss der Hansestadt auch zur Stadthalle beraten und favorisiert, die Halle für maximal eben diese fünf zusätzliche Jahre weiter zu betreiben.

Wie berichtet, wird die Stadthalle derzeit entsprechend eines Beschlusses der Politik bis Ende 2016 übergangsweise weiter betrieben. Ihre Zukunft ist aufgrund eines erheblichen Sanierungsbedarfes ungewiss. In einer Beratungsvorlage schlug die Verwaltung der Politik jetzt sieben Szenarien mit unterschiedlichen Stoßrichtungen vor: kurz- oder langfristige Sanierung, Neubau, Schließung und Abriss oder auch eine Kooperation mit der Jabelmannhalle. Hierüber beraten jetzt die Fraktionen im Stadtrat.

Jürgen Markwardt

Der Vorschlag der Verwaltung, die Stadthalle übergangsweise weiter zu betreiben, hat zwei Ziele: Zum einen entstünden so zunächst nur relativ geringe Kosten in Höhe von kalkulierten 65 000 Euro für Sanierungsarbeiten am Dach und für Elektroarbeiten, zum anderen gewinne man Zeit – „für eine zukunftsweisende Entscheidung“, wie Bürgermeister Jürgen Markwardt sagte. Insbesondere die Entscheidung bezüglich des neuen Standortes für das Kreishaus könne so abgewartet werden. Das Gelände der Stadthalle kommt dafür als eine von mehreren möglichen Varianten infrage (AZ berichtete). Der Vorschlag der Verwaltung „lässt Optionen offen und schlägt keine Türen zu“, sagte Markwardt auch im Hinblick auf mögliche öffentlich-private Zusammenarbeit. Und: „Er gibt uns Luft.“

Die Stadthalle hat eine erhebliche Bedeutung für Veranstaltungen in Uelzen. 2015, so die Stadt, fanden 60 Festivitäten in ihr statt, für 2016 zeichne sich ab, dass es noch mehr würden. Die Stadthalle ist zudem das Zuhause für Uelzens Tänzer, die hier für ihre Bälle die beste Tanzfläche der Region vorfinden. Gegenüber Schützen und Keglern ist die Stadt sogar vertraglich verpflichtet, Schießstand und Kegelbahn weiter bereitzustellen.

Zu den erwarteten Kosten der unterschiedlichen Zukunfts-Varianten der Stadthalle teilte die Stadt Beträge im sechs- und siebenstelligen Bereich mit. Am teuersten käme demzufolge ein Neubau, für den um die 7 Millionen Euro nötig würden. Eine langfristige Sanierung über 20 Jahre koste knapp 5 Millionen. Am günstigsten käme ein Teilabriss des Stadthallengebäudes, so dass Kegelbahn und Schießstand erhalten bleiben: Hierfür werden 685 000 Euro veranschlagt.

Von Steffen Kahl

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