Lese-Schwächen bei Kindern: Lions Club will Netzwerk von Leselernhelfern in Uelzen aufbauen

Lotsen für die Buchstaben-Welt

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Kinder mit Lese-Schwächen sollen sich nicht alleine mehr durch den Buchstaben-Dschungel schlagen müssen. Der Lionsclub will ein Netzwerk von Leselernhelfer aufbauen.

Uelzen. Die Idee ist schnell umrissen: Fällt es Jungen und Mädchen schwer, Texte zu lesen oder verstehen sie die Inhalte nicht, so bekommen sie einen Leselernhelfer an die Seite gestellt.

In der benachbarten Salzstadt Lüneburg sind solche Leselernhelfer, bei denen es sich um Ehrenamtliche handelt, bereits seit elf Jahren im Einsatz. Nun will der Lions Club Uelzen auch in der hiesigen Region ein Netzwerk von Leselernhelfern aufbauen.

Der Lions Club in einer Mitteilung zum Vorhaben: „Obwohl seit den schlechten Ergebnissen der Pisastudie von 2001 zu den Fähigkeiten des Lesens und Verstehens von einfachen Texten in den Schulen eine positive Entwicklung stattgefunden hat, stoßen die Lehrer bei einzelnen Kindern an die Grenzen ihrer Fördermöglichkeiten.“ Hier könne das Projekt „Mentor – Die Leselernhelfer“ ansetzen, erklären die Lions weiter.

In Lüneburg hat jeder Mentor seinen eigenen Ansatz, um seine Schützlinge zu unterstützen. Den Ehrenamtlichen stünden zahlreiche Materialien für ihre Arbeit zu Verfügung, berichtet Eva Vogt, Vorsitzende des in Lüneburg für Leselernhelfer geschaffenen Vereins, im AZ-Gespräch. 110 Leselernhelfer seien insgesamt in Stadt und Landkreis Lüneburg sowie in Buchholz/Nordheide und Rosengarten im Einsatz – zwischen zwei und vier Kinder würden von einem Leserlernhelfer betreut. Die Ehrenamtlichen arbeiteten eng mit den Schulen zusammen, um Kinder zielgerichtet betreuen und Lehrern auch von ihrer Arbeit mit Kindern berichten zu können. Der Lions Club hat bei den hiesigen Grundschulen für das geplante Projekt in Uelzen schon einmal vorgefühlt: „Die Uelzener Schulen sind an dieser Arbeit interessiert und erhoffen sich hierdurch eine Entlastung der Arbeit mit einzelnen Kindern.“ Auf Unterstützung dürfen die Lions auch vom Mehrgenerationenzentrum des DRK an der Ripdorferstraße und der Freiwilligen-Agentur Uelzen hoffen.

Was noch fehlt, sind Leselernhelfer. Erste Gespräche hat es schon gegeben. Doch Ehrenamtliche für das Vorhaben werden noch gesucht, wie der Lions Club Uelzen informiert. Frauen und Männer, die an einer ehrenamtlichen Mentorentätigkeit interessiert sind, können sich mit Gundula Lindemann, Leiterin des DRK-Mehrgenerationenzentrums, Telefon (0581) 90 32 104, und Jessica Eichler von der Freiwilligen-Agentur Uelzen, Telefon (0581) 90 32 444 in Verbindung sein.

Eine Verlässlichkeit bei der Betreuung der Kinder sei erforderlich, so die Lions. In Lüneburg würden die Ehrenamtlichen für mindestens ein halbes Jahr verpflichtet, informiert Eva Vogt. Aber die meisten blieben ohnehin viel länger dabei.

Von Norman Reuter

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