Später ankommen, das nervt

Lokführer dringend gesucht: Personalmangel nicht nur ein Problem bei Metronom

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Lokführer werden derzeit ncht nur beim Uelzener Unternehmen Metronom händeringend gesucht.

Uelzen. In einem vollen Zug knapp zwanzig Minuten später am Ziel angekommen, das nervt. So geht es aktuell Pendlern von Uelzen nach Hamburg.

Der Ausfall von zwei Zugverbänden und akuter Lokführermangel (Urlaub, Krankheit) sorgen dafür, dass für die kommenden zwei Wochen einzelne Zugfahrten vom Streckenbetreiber Metronomzwischen Uelzen und der Elbmetropole gestrichen wurden. Davor waren immer mal wieder Fahrten ausgefallen. Mit der Streichung will Metronom zumindest Verbindungs-Sicherheit schaffen.

Selbst der als bahnkritisch bekannte Fahrgastverband „Pro Bahn“ bezeichnet es als eine Verkettung unglücklicher Umstände, dass es beim Uelzener Bahnunternehmen gerade klemmt. „Es scheint generell auf Eisenbahn-Unternehmen auszustrahlen, dass es es Schwierigkeiten gibt, Lokführer zu akquirieren“, sagt Björn Gryschka, Landesvorsitzender von „Pro Bahn“ in Niedersachsen. Das sei ein Problem des Arbeitsmarktes. „Auch bei den Eisenbahnunternehmen schlägt der Fachkräftemangel durch“, so Gryschka.

Zwei viel frenquentierte Verbindungen am Morgen sind erst einmal gestrichen worden. Die eingesetzten Alternativzüge sind dementsprechend voller, wie Metronom-Sprecher Björn Pamperin bestätigt. Aber nur so ließe sich für die zwei Wochen Übergang ein funktionierender Fahrplan garantieren. Neben dem fehlenden Personal kommt auch Zugausfall – bedingt durch einen Rangierunfall – hinzu. Metronom will sich Loks leihen. „Es gibt Leihfahrzeuge, aber die sind nicht so einfach zu bekommen“, sagt Pamperin. Bis die beiden Zugverbände wieder repariert seien, gingen wohl drei Monate ins Land, sagt der Metronom-Sprecher. Bei dem Rangierunfall seien auch sicherheitsrelevante Teile in Mitleidenschaft gezogen worden. Da sei eine Instandsetzung nicht ganz unkomplizert, so Pamperin. Die vorübergehende Streichung von Strecken hat für Metronom auch finanzielle Auswirkungen. 

Strecken werden nächstes Jahr neu ausgeschrieben

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die den Regionalverkehr auf der Schiene organisiert, werde die Mittel an Metronom entsprechend der Anzahl der Streckenstreichungen kürzen, sagt Pressesprecher Rainer Peters. Über die Höhe des Einbehalts dürfe er keine Angaben machen. Das könnte anderen Unternehmen bei Ausschreibungen von Zugstrecken einen wettbewerbswidrigen Vorteil bringen. Insbesondere, da im kommenden Jahr die Strecken Uelzen – Hamburg sowie Uelzen – Hannover – Göttingen neu ausgeschrieben werden. 

Dass die Metronom-Züge aufgrund der Streichungen voller sind und später ankommen, ist nicht nur nervig. Pendler müssen möglicherweise auf frühere Verbindungen wechseln. „Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer dafür verantwortlich, seinen Pflichten nachzukommen, dazu gehört auch das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz“, sagt Andreas Kinski, Rechtsexperte der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg. „Dort wo es möglich ist, raten wir Arbeitgebern natürlich, in solchen Fällen ein Auge zuzudrücken,“ Nicht jedes Unternehmen habe ein Gleitzeit-System, im Schichtbetrieb beispielsweise sei Pünktlichkeit das A und O.

Von Jens Schopp

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