Lokführer beenden ihren Streik

Uelzen. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat in der vergangenen Nacht den Streik bei Metronom beendet. Gleichzeitig kündigt sie an, bis zum 10. August auf weitere Streiks zu verzichten. Das gelte nicht nur für das Uelzener Eisenbahnunternehmen, sondern auch für weitere Privatbahnen.

Die Gewerkschaft sei bereit zu „getrennten Lösungsprozessen für die verschiedenen Konzerngesellschaften unter der Leitung einer unparteiischen dritten Instanz“, teilte sie gestern Abend mit. So könnte die GDL mit Metronom für den Gesellschafter des Uelzener Eisenbahnunternehmens Netinera verhandeln. Für Veolia Verkehr werde mit Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt (VVSA) und der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) gesprochen, das Verfahren für Benex soll zusammen mit der Cantus Verkehrsgesellschaft und der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) durchgeführt werden. „Wir zeigen damit klar und deutlich unseren Einigungswillen“, erklärt der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Ursprünglich wollte die GDL mit allen drei Gesellschaftern und deren Unternehmen zusammen verhandeln. Für Metronom war diese Vorbedingung für das Schlichtungsverfahren eine der größten Hürden, hatte mehrfach der technische Geschäftsführer Heinrich Strößenreuther betont.

„Wir stellen uns darauf ein, dass die Nachricht stimmt“, sagt Metronom-Sprecherin Hannah Kohn. „Wir wissen noch nicht, was die GDL sich darunter vorstellt.“ Ob die Gewerkschaft auch auf die weiteren Vorbedingungen für das Schlichtungsverfahren verzichte, sei für das Uelzener Eisenbahnunternehmen noch offen.

Auf eine kurzfristige Lösung hofft auch Uelzens Bürgermeister Otto Lukat. Er hat gestern Mittag einen offenen Brief an die streikenden Lokführer bei Metronom geschickt. „Als langjähriges Gewerkschaftsmitglied bin ich mir der hohen Bedeutung der Tarifautonomie und des Streikrechts bewusst“, teilte Lukat mit. Dennoch denke er an Uelzens Bürger, die täglich den Metronom auf dem Weg zur und von der Arbeit nutzen und finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. „Letztlich werden aber diejenigen getroffen, die durch ihren Fahrpreis letzten Endes die Grundlage für alle Gehälter schaffen. Noch einmal die Frage, ist das angemessen?“ Ein Schlichtungsverfahren von Vorbedingungen abhängig zu machen, die eine bedingungslose Anerkennung der eigenen Grundforderungen verlangen, sei unverständlich, so Lukat. „Dies kann keine Voraussetzung für Einigungsgespräche sein und ist nach meiner Auffassung auch kein Zeichen von Stärke.“

Von Diane Baatani

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