Uelzener Genossen wollen zurück in die Parlamente

Linke Hoffnungen nach Personaldebatten in Uelzen

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Wer kandidiert? Für wen gibt es eine Stimme? Die Idee, zusammen mit Bürgerinitiativen eine gemeinsame Liste aufzustellen, fand unter den Linken keine Mehrheit.

Uelzen/Landkreis. Zuletzt musste der Landesvorstand ein Mitglied nach Uelzen schicken, damit der Kreisverband der Linken wieder Fuß fassen konnte. Den etwa 30 Genossen an der Ilmenau war ihre Verbandsführung in Teilen abhanden gekommen, sie waren nicht mehr handlungsfähig.

Die Personalfragen seien jetzt geklärt, sagt Martin Platzer. Der Dalldorfer will mit seiner Frau Bärbel und Hans Martin Banzhaf aus Uelzen den Kreisverband in die Zukunft führen. Und mit einer Kandidatenliste für die Kommunalwahl auch zurück in die kommunalen Parlamente Uelzens.

Bei der letzten Kommunalwahl 2011 waren die Uelzener Linken nicht angetreten. Warum? Dazu kann der Vorsitzende Platzer nichts sagen. Er ist noch nicht allzu lange dabei. Wie andere auch. Der Kreisverband erlebte in den vergangenen Jahren immer wieder ein Mitglieder- und Personalwechsel, Querelen überlagerten auch die politische Arbeit; die Spätfolgen spürten die Genossen noch zuletzt. 2012 waren Mitglieder des benachbarten Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg um Hermann Taubenberger, der inzwischen nicht mehr der Partei angehöre, wie Martin Platzer erklärt, nach Uelzen gewechselt. 2014 war es zwischen Taubenberger und dem Uelzener Vorstand zum Bruch gekommen, einer Abwahl von seinen Ämtern im Vorstand kam Hermann Taubenberger durch einen freiwilligen Rücktritt zuvor (AZ berichtete).

Inzwischen sind mit einer Ausnahme dem hiesigen Kreisverband wieder all jene Mitglieder verloren gegangen, die einst von Lüchow-Dannenberg nach Uelzen wechselten.

Im Nachbarkreis sitzen Linke in den Parlamenten. Aber nicht unter dem Namen der Partei. Die frühere Bundestagsabgeordnete der Linken, Johanna Voß, lebt im Wendland, sie kandidiert dort mit anderen Genossen auch für die kommende Kommunalwahl. Allerdings auf der sogenannten sozial-ökologischen Liste (SOLI). Sie speise sich aus der Linken, aber nicht nur, so Voß gegenüber der AZ. Vertreter von Bürgerinitiativen sind auch auf ihr zu finden. Das große Thema „Gorleben“ treibt alle auf der Liste um.

Martin Platzer hat sich für die Kommunalwahl vorstellen können, in Uelzen auch mit Bürgerinitiativen zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Liste aufzustellen. Die Idee fand keine Mehrheit. So tritt die Linke mit Kandidaten aus der Partei an. „Ich hätte nicht gedacht, dass uns das noch gelingt“, so Platzer. In den Kreistag, den Uelzener Stadtrat sowie in den Roscher Samtgemeinderat wollen vier Linke einziehen: Martin Platzer, Hans Martin Banzhaf, Ingo Priddat und Ute Altbauer-Kallnischkies.

Von Norman Reuter

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