Platz für Urnenbegräbnisse im Stadtforst ausgewählt / Vorbereitende Arbeiten bis Juni

Letzte Ruhestätte am Wald-Weiher

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Das Licht der Nachmittagssonne fällt auf den kleinen Weiher zwischen Fischerhof und Westerweyhe. Rund um das Gewässer an ausgewählten Bäumen sollen Urnen ihren Platz finden.

Uelzen. In der Ferne sind die Rufe von Vögeln zu hören – sie wähnen sich an diesem sonnigen Tag im Frühling. Das Licht der Nachmittagssonne fällt auf das Wasser des kleinen Weihers.

Am Gewässer auf einem Platz steht Stadtförster Thomas Göllner, er deutet auf die Stämme, die um den Teich in die Höhe ragen. Es sind Buchen, Eichen, Nadelhölzer, erklärt er. Ab Juni sollen an 80 bis 90 ausgewählten Hölzern im Bereich des Teiches Urnen mit der Asche von Verstorbenen ihren Platz finden. Das 1,5 Hektar große Gelände im Uelzener Stadtforst zwischen dem Fischerhof und Westerweyhe, gut 500 Meter Luftlinie vom Sportlerheim des TVU entfernt, wurde als Waldfriedhof ausgewählt. Die Stadt Uelzen trägt damit dem Wunsch von immer mehr Menschen, zwischen Bäumen beerdigt zu werden, Rechnung.

Bis zu den ersten Urnenbestattungen liegen noch Aufgaben vor Thomas Göllner, seinen Kollegen und der Stadtverwaltung. Die Wege rund um den Weiher sollen hergerichtet werden. Der Platz, auf dem an diesem Nachmittag der Stadtförster mit der AZ über den Waldfriedhof spricht, soll als Andachtsplatz dienen. Bislang ist auf ihm eine Bank zu finden, weitere sollen aufgestellt und auch ein großer Findling dort abgelegt werden.

Auf jener Seite des Gewässers, auf dem vor allem Nadelhölzer zu finden sind, hat die Stadtforst bereits Bäume herausgenommen. So stehen Bäume nicht mehr dicht an dicht. Mit Kosten von 20 000 Euro rechnet die Stadt für die vorbereitenden Arbeiten.

Zu ihnen gehört auch, jene Bäume noch auszuwählen, um die herum die Urnen vergraben werden. Sie werden vermessen und in einem Verzeichnis festgehalten, damit die Ruhestätten bekannt sind. Wo Bäume durch Stürme umfallen, werden neue wieder gesetzt.

„Die Plätze können von Angehörigen oder in Vorsorge von Bürger bei einer Begehung als letzte Ruhestätte ausgesucht werden“, schildert Göllner. Bis zu zwölf Urnen sollen um einen Baum herum gesetzt werden. Mindestens 50 Zentimeter Erde werden darüber liegen und die Gefäße aus einem organischen Material sich mit der Zeit zersetzen. Das Tiere nach den Urnen buddeln, sei nicht zu erwarten, sagt Göllner. Das Gelände wird ein Ruheort. Ein schöner letzter Platz, wie an diesem Nachmittag deutlich wird.

Von Norman Reuter

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