Politik entscheidet über plötzliche Schließung der Veerßer Grundschule

Lehrer und Eltern entsetzt

+
Die Grundschule bereitet sich auf ihre 50-Jahr-Feier vor – während die Politik über deren Existenz entscheidet.

Uelzen. Das Schuljahr endet in diesem Monat – an der Grundschule Veerßen mit einem großen Fest zum 50-jährigen Jubiläum des Schulgebäudes. Doch vielleicht bedeutet der Zeitpunkt zugleich das Aus für diese Grundschule.

Wenn nicht in den Sommerferien 34 750 Euro in den Brandschutz investiert werden, darf nach Angaben der Stadt der Schulbetrieb nach den Sommerferien nicht mehr aufgenommen werden. Wie es dann mit den Schülern, Lehrern und den zur Einschulung angemeldeten 26 Erstklässlern weiterginge, ist noch offen. Die Schulleitung, der Schulvorstand und betroffene Eltern sind entsetzt.

Die Fortsetzung des Unterrichts nach den Ferien hängt von der Entscheidung des Verwaltungsausschusses am 14. Juli über die Bewilligung der Investitionssumme ab – als erste Stufe von insgesamt 170 000 Euro teuren Maßnahmen, die in den nächsten Jahren ins Gebäude gesteckt werden müssten. Auch an anderen Grundschulen sind ähnliche Arbeiten fällig, die Dringlichkeit in Veerßen ist laut Stadt erst bei einer Überprüfung vor zwei Wochen deutlich geworden, nachdem die Schule eine Nachmittagsbetreuung beantragt hatte. Nach einer Begehung im September 2013 sei die Frist noch nicht thematisiert worden, kritisieren die Schulleiterinnen Marion Wille und Marion Krüger-Burghard.

„Da werden Schulen systematisch jahrelang heruntergewirtschaftet, es wird kaum finanziell investiert und dann wundert man sich, dass plötzlich Investitionen anstehen, für die die Stadt nicht aufkommen will“, ärgert sich Marion Wille. „Da passt es natürlich sehr gut, dass die Arbeitsgruppe Grundschule die Schließung der Schule auch noch favorisiert.“ Denn diese hat sieben Optionen für eine Zukunft der Schullandschaft in eine Rangfolge gebracht, mit der sich ab dem 10. Juli der Schulausschuss beschäftigt. Auf Rang 1 steht, wie berichtet, die Schließung in Veerßen und Molzen. Aber auch Holdenstedt könnte geschlossen werden – während andere zu Ganztagsgrundschulen umgebaut werden könnten.

Die Kinder seien besorgt, manche hätten schon Schlafstörungen und keinen Appetit mehr, berichtet Marion Krüger-Burghard.

Von Diane Baatani

Mehr zum Thema lesen Sie am Freitag in der AZ.

Kommentare