Kolumne: Wie ich es sehe

Lehren aus der Bibel zur Energieversorgung!

Die Schöpfer der Bibel, des Alten Testamentes, kannten das Gebot der Vorsorge für schlechte Zeiten. Pharaos Traum von den sieben fetten und sieben mageren Kühen, deutete Josef so, dass nach sieben fetten Jahren der Getreideernte sieben Hungerjahre kommen würden.

In der Vorsorge für bezahlbare und sichere Energie haben die Politiker all unserer Parteien diese biblische Weisheit vergessen. Mit Kohle, Öl und Gas leben wir weltweit noch in den fetten Jahren. Durch die Erschließung von Reserven aus tiefen Gesteinsschichten ist vor allem in den USA sogar noch eine Sonderentwicklung eingeleitet worden. Dieses Land wird zunehmend unabhängiger von Ölimporten aus Nahost. Fällt aber der Schutz der USA für diese Regionen fort, dann steigt für uns die Notwendigkeit, eigene Energiequellen zu entwickeln. Die Aussichten dafür sind schlecht in einem Land, das sich von der Kernkraft verabschieden will, bevor neue technologische Entwicklungen, wie intelligente Stromnetze, die Lücke füllen können. Gas aus tiefem Gestein könnte man zwar auch in Deutschland fördern. Dagegen aber wendet sich bei uns Widerstand von allen Seiten. In diesem Umfeld gilt es, vermehrt auf erneuerbare Energien zu setzen. Aber der Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung erweist sich zunehmend als ein Holzweg und die Investitionen in große Windkraftprojekte auf den Meeren geraten hierzulande ins Stocken. Die Gründe sind hausgemacht. Anders als im Ausland dürfen bei uns solche Anlagen nur fernab von der Küste im tiefen Wasser gebaut werden. Schließlich ist ja unseren Umweltfreunden auch das Wattenmeer heilig. Die unübersehbaren technischen Schwierigkeiten und Kosten von Anlagen auf hoher See werden dagegen vernachlässigt.

Fatal ist auch die Trennung vom Bau der Windanlagen und der Sicherstellung des Anschlusses an das Stromnetz. Beides müsste vom gleichen Investor getragen werden. Ohne intelligente Stromnetze, mit automatischen An- und Abschaltungen von Abnehmern, um die unregelmäßig je nach Windstärke und Sonnenscheindauer einkommende erneuerbare Energie zu steuern, sind konventionelle Kraftwerke notwendig, um die unvermeidlichen Schwankungen auszugleichen. Von den schmutzigsten Energien wie Kohle und Erdöl kommen wir so nicht weg. Dabei wird der Energiebedarf wegen der aufsteigenden Entwicklungsländer in den kommenden Jahren weltweit dramatisch steigen. Neben der Kernkraft als Übergangstechnologie brauchen wir dann erneuerbare Energien, die einen ganz anderen technologischen Stand haben müssen, als er heute möglich ist. Wir Deutschen rühmen uns gerne als Weltmeister der Energiewende, in Wahrheit aber handhaben wir diese Herausforderung schlechter als andere Länder, weil wir zu viel auf einmal wollen. Wenn erst einmal die Energie so knapp und teuer ist, dass die Industrie abwandert, dann ist es zu spät. Dann hilft nur noch rückblickend, unsere heutigen Politiker zu Sündenböcken zu machen wegen des unverzeihlichen Irrtums, dass sie nicht an die Lehren aus Pharaos Traum gedacht haben.

Von Verleger Dirk Ippen

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