Schüler des Lessing-Gymnasiums werben für ihr kostenloses Bestellsystem in ganz Niedersachsen

Die LeG-Card – ein Eigenprodukt

+
Zahlen mit Karte: Am Lessing-Gymnasium nutzen die Schüler für das Essen in der Mensa seit zwei Wochen ein bargeldloses Bezahlsystem, das sie selbst erarbeitet haben.

Uelzen. Rindsgulasch mit dunkler Soße an Waldpilzen – wer in der Mensa des Uelzener Lessing-Gymnasiums (LeG) heute Mittag isst, zahlt mit Karte. Seit zwei Wochen läuft an der Schule ein elektronisches Abrechnungssystem, das Schüler des LeG selbst programmiert haben.

Online können Schüler sich für bestimmte Menüs eintragen. Während bis dahin die Reservierung noch über Essensmarken und per Strichliste funktionierte, bedeutet das neue System für die Mitarbeiter in der Mensa eine Erleichterung. Ein Klick am Monitor und sie sehen, wie viele Essen sie vorbereiten müssen. Und auch die Bezahlung wurde vereinfacht, bis zu 30 Euro können Schüler auf ihre LeG-Cards laden, an der Kasse wird dann bargeldlos gezahlt.

Wenn die Schule ein Bezahlsystem dieser Art eingekauft hätte, wären Kosten von rund 12 000 Euro entstanden, erklärt Informatiklehrer Mirek Hancl. Seine Schüler haben im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft und mit vielen „Überstunden“ das System nahezu kostenlos hergestellt und bieten es nun über das Internet auch anderen Schulen an. Und das Interesse ist da: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung wollte sich das Ergebnis vor Ort anschauen und veranstaltete eine Tagung im LeG. Knapp 30 Vertreter niedersächsischer Schulen erkundigten sich bei dem Anlass nach dem Bestell- und Bezahlsystem. Das Herunterladen ist für sie kostenlos, da die Schule keine Haftung übernimmt. Aber den Support und die Unterstützung bei der Einführung des Systems an den Schulen lässt sich die extra für diesen Zweck gegründete Schülergenossenschaft namens Gnissel bezahlen, deren Vorstandsvorsitzender der Neuntklässler Lorenz Glißmann ist.

Die Idee war entstanden, nachdem sich Schüler und Lehrer mit der Essensplanung und der Gestaltung der Mensa unter Leitung von Lehrerin Jana Mahnke zusammengesetzt hatten. Zwei Jahre lang dauerten die Vorarbeiten der Informatik-Schüler Pascal Ernst, Samuel Groß, Jan Frederic Elsner-Murawa, Cedric Schröder, Jan Feuchter sowie Informatik-Lehrer Mirek Hancl. Auch das Design wurde von einer Schüler-Gruppe übernommen. In drei Probedurchläufen wurde das Bezahlsystem getestet, die Einführung der LeG-Cards haben die meisten aus der Gruppe nicht live miterlebt, sie haben bereits ihr Abitur gemacht. Pascal Ernst und Jan Feuchter sind aber weiterhin aktiv. Über E-Mail-Anfragen wie „Kann ich noch etwas helfen“ vom Abiturienten Pascal Ernst an einem Sonntagnachmittag freut sich Hancl. Denn die Wartung des Systems muss auch am Wochenende durchgeführt werden, denn auch andere Schüler und Lehrer loggen sich sonnabends oder sonntags ein, um ihre Speisen für die Woche zu bestellen. Viele der Jugendlichen besitzen auch Smartphones, die sie für die Essensbestellung nutzen, oder auch Spielkonsolen. Für alle anderen Schüler steht ein Rechner an der Mensa zur Verfügung.

Zum nächsten Schuljahr soll das Programm noch erweitert werden, dann können auch per Karte Bücher aus der Schulbibliothek entliehen werden. Zunächst will Hancl aber um Nachwuchs aus der Mittelstufe werben, damit sich auch noch weitere Pläne wie Wahlen von Unterrichtskursen über dieses System verwirklichen lassen.

Von Diane Baatani

Kommentare