Initiative zur Gründung Uelzens durch Familie Niebuhr im Fokus

531. Lehenstag in Veerßen: Lebendige Stadtgeschichte

Uelzen-Veerßen. Es ist gute Tradition: Im Zweijahresrhythmus trifft sich das Nork- und Platenmeistersche Lehen zu Uelzen eine Woche vor dem Erntedankfest im Hotel „Deutsche Eiche” in Veerßen.

Nachfahren der mittelalterlichen Familien Nork und Platemeister an der Propstei. Auf ihre Vorfahren geht das Nork- und Platenmeistersche Lehen zurück, das Ende des 15. Jahrhunderts gegründet wurde.

Das Nork- und Platenmeistersche Lehen ist eine Familienstiftung, die ihre Entstehung der Frömmigkeit Uelzener Bürger am Ausgang des Mittelalters verdankt. Seine Geschichte reicht bis zum Ende des 15. Jahrhunderts zurück. In diesem Jahr konnte der Patron des Lehens, Jörg Schilling, 161 Teilnehmer zum Stiftungstag begrüßen – unter ihnen auch Propst Jörg Hagen sowie die ehemaligen Patrone Jörn Krollpfeiffer und Dr. Gunther Becker. Großes Interesse rief der Vortrag von Dr. Roland Jacob hervor. Er referierte mit Hilfe von alten Fotos und Dokumenten über den Stamm Niebuhr im Nork- und Platenmeisterschen Lehen. Die Erst-erwähnung der Niebuhrs beziehe sich auf Bürgermeister Bernhard Nigebuhr. Unter seiner Führung hätten um 1250 die Einwohner ihre Oldenstädter Marktsiedlung verlassen, um sich westlich der Ilmenau anzusiedeln. Damit hätten sie Gründung und Aufstieg Uelzens bewirkt. Aber auch international, beispielsweise bei der Modernisierung der Trinkwasserversorgung Argentiniens im 19. Jahrhundert, hätten die Niebuhrs gewirkt.

Nach dem Geschäftsbericht 2014/15 erhielten 19 Lehensmitglieder die Investitur, unter ihnen die gebürtige Uelzerin Marie Castelli. Dr. Jürgen Schilling erläuterte den Aufbau der Lehens-Homepage zum lebendigen Archiv mit insgesamt mehr als 5000 Namen sowie Personendetails und Stammbaumdarstellungen. Bis zu den Stifterfamilien könnten sie zurückverfolgt werden. Den geselligen Teil des Lehenstages leitete die Familie Kuloge mit Klängen aus dem Musical „Cats“ ein. Bis nach Mitternacht sei über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges in den neun anwesenden Familienkreisen gesprochen worden. Großen Anklang habe am Sonntag auch der Spaziergang in zwei Gruppen über den „Weg der Steine“ gefunden, den die Stadtführerinnen Drögemüller und Wellmann jeweils mit stadtgeschichtlich Bedeutsamem wie der Anekdote vom Uhlenköper und der Umgestaltung des Hundertwasser-Bahnhofs bereichert hätten. Mehr dazu gibt es unter www.norkundplatenmeisterscheslehen.de.

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