Vorbau eines Mehrfamilienhauses zerstört

Hauenriede: Balkon knallt in die Tiefe

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Nach dem Absturz des Balkons: Nur noch der knallrote Stuhl steht an seinem Platz.

Uelzen. Mitten in der Nacht gab es einen lauten Knall: An einem Wohnhaus an der Hauenriede ist ein Balkon abgestürzt. Verletzt wurde dabei niemand, die Wohnung ist derzeit nicht belegt.

"So ein Krach", ruft eine 79-jährige Nachbarin atemlos, die heute Nacht durch den Lärm aus dem Schlaf hochschreckte. Sie hatte jemand anderen im Haus im Verdacht, der aus ihrer Sicht den Krach verursacht haben könnte. Erst als heute Vormittag ein Hausmeister vorbeikam, fiel ihr auf, was passiert ist. "Man kommt doch nicht auf die Idee, dass ein Balkon abbrechen kann", sagt sie erschrocken.

Sie hat einen Logenblick auf das Zerstörungsbild nebenan. Das Geländer liegt auf dem Rasen, an der herabhängenden Betonplatte klebt ein Wischmob. Lediglich ein knallroter Stuhl steht noch an seinem Platz. Zerstört ist auch der Vorbau des Erdgeschosses, auf dem sich zum Zeitpunkt des Absturzes ebenfalls niemand befand.

Nun darf die Nachbarin ihren eigenen Balkon auch nicht mehr betreten. Die Bauaufsicht der Stadt Uelzen hat sich die Lage vor Ort angeschaut und festgestellt, dass sich auch auf ihrem Außenplatz ein Riss im Beton von der Hauswand zum Geländer zieht, erklärt die 79-Jährige.

Stadtsprecherin Ute Krüger bestätigt, dass die Bauaufsicht unverzüglich alle Balkone an dem betroffenen Haus gesperrt und Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen hat. In die Betonplatte des herabgestürzten Balkons sei Feuchtigkeit gezogen, erläutert Krüger. Dadurch seien die Eisenhalterungen im Beton zersetzt worden - das Gewicht konnte nicht mehr gehalten werden.

Dr. Matthias Heckerodt, Zahnarzt in Bleckede, hat die Wohnung vor 20 Jahren gekauft. Ihm gehören an der Hauenriede 93 bis 103 insgesamt drei Doppelhäuser. Er äußert sich gegenüber der AZ erleichtert darüber, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind: "Sonnabend sollte ein neuer Mieter einziehen. Gut, dass niemand in der Wohnung war."

Vor 15 Jahren, berichtet Heckerodt, sei zuletzt ein Statiker mit den Balkonen befasst gewesen. Heckerodt ließ damals die hölzernen Geländer gegen solche aus Stahl tauschen.

"Es ist dubios", sagt Heckerodt zu dem abgerissenen Balkon. Morgens um sieben sei er an seinem Wohnort Dahlenburg über den Vorfall informiert worden und sofort nach Uelzen gefahren. "Wir müssen gucken, woran es lag, und dann muss das abgestellt werden", so Heckerodt. Hierfür habe er ein Bauunternehmen und einen Statiker beauftragt. Den Mieter, der einziehen wollte, habe er angerufen und mitgeteilt: "Das wird jetzt erst mal nichts."

Von Diane Baatani und Steffen Kahl

Balkon an der Hauenriede stürzt ab – niemand verletzt

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