„Unzumutbarer Anfall“ von Eichenblättern: Holdenstedter fordern allgemeine Sammelstelle

Laub-Säcke locken Mäuse an

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Prächtig anzusehen, aber für die Holdenstedter im Herbst ein Ärgernis: Unmengen Laub fallen an, die SPD wünscht deshalb die Einrichtung einer Sammelstelle für biologischen Abfall.

Uelzen-Holdenstedt. Die Anwohner am Sportweg in Holdenstedt kämpfen mit Unmengen Laub – und zwar von Bäumen, die der Stadt Uelzen gehören. Das wollen sich die 17 Anwohner, zum größten Teil Senioren, nicht mehr bieten lassen und haben die Stadt um eine Lösung gebeten.

Die Laubsammlung ist ein Thema, das nicht nur Holdenstedter betrifft. Im gesamten Landkreis Uelzen gibt es Straßen, deren Anwohner Laub von öffentlichen Bäumen entsorgen. Im Kreistag war eine allgemeine Laubsammlung in den vergangenen Jahren abgelehnt worden. Nun hat die SPD-Ortsratsfraktion aus Holdenstedt die Beschwerden über „unzumutbaren Anfall von schwer kompostierbaren Laubabfällen“ aufgegriffen und bei der Stadt Uelzen die Einrichtung einer Sammelstelle für biologischen Abfall in Holdenstedt beantragt.

Der Ortsrat bittet um einen zeitnahen Gesprächstermin, „um eine rechtzeitige Entscheidung vor dem nächsten Laubfall zu erzielen“. Fünf Nussbäume, 13 Kastanienbäume und eine große Eiche hat die Stadt Uelzen auf dem Abschnitt am Sportweg zwischen den Einmündungen Lindenallee und Tannenweg gepflanzt. „Sie werden jetzt immer größer und produzieren dementsprechend auch immer mehr Abfall“, erklärte Anwohnerin Irmgard Tegtmann bei der jüngsten Ortsratssitzung.

Blüten würden die Abflüsse verstopfen, und es „endet mit Laub über Laub, das zwar wunderschön anzusehen ist, aber entsorgt werden muss“. Unzählige Säcke kommen dabei zusammen, in denen Mäuse es sich bereits gemütlich machen, erläuterte eine Seniorin die Problematik. Sie säubere regelmäßig den Weg, sei aber nicht imstande, den Abfall mit dem Auto wegzufahren. „Wir wollen unsere Blätter los werden, die seit zwei Monaten in unseren Garagen stehen“, machte sie deutlich.

Michael Kopske aus dem Fachbereich Planung empfahl ihnen in der Sitzung, die Säcke zur Sammelstelle in Borg zu fahren. „Da fahren wir hin – mit 80 Jahren?!“, protestierten die Holdenstedter. „Der Sportweg ist nicht der einzige Ort, aus dem Anfragen gestellt werden“, sagte Kopske. An anderen Stellen gäbe es bereits Grün-Patenschaften. Eine Laub-Tonne sei für den Sportweg keine Lösung, weil darin möglicherweise auch andere Abfälle landen könnten. Die Laubsammlung war zuvor in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtplanung diskutiert worden.

CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Heuer hatte die Anfrage der Holdenstedter eingebracht. Die Bäume werden zurückgeschnitten, so weit es geht, erklärte dazu Baudezernent Karsten Scheele-Krogull, „aber wir werden letztendlich keine kostenneutrale Lösung fürs Laub finden“. Sonst müsse man auch an anderen Stellen in Uelzen eine Sammelstelle anbieten. „Wir bekommen immer solche Schreiben, vor allem im Herbst“, sagte er, „aber die Mehrheit der Bürger entsorgt das Laub, ohne die Stadt anzuschreiben“.

Von Diane Baatani

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