Flüchtlingseinsatz: Die Ehrenamtlichen sind an der Belastungsgrenze

Wie lange geht das gut?

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DRK-Helfer am Sonntag am Uelzener Bahnhof nach der Ankunft eines Flüchtlingszuges: In dieser Woche stehen für die Ehrenamtlichen gleich drei Nachtschichten in Celle auf dem Programm.

Uelzen. Sonnabend vor einer Woche der nächtliche Großeinsatz in Lüchow. Letzten Freitag dann der erste Flüchtlingseinsatz am Uelzener Bahnhof, gefolgt vom zweiten Einsatz dort am Sonntag.

Und in dieser Woche übernehmen Ehrenamtliche des DRK Uelzen drei Nachtschichten in einer Aufnahmestelle in Celle, um die dortigen erschöpften Kräfte zu entlasten.

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Zwar zeigt sich in diesen dramatischen Wochen, was für eine hervorragend ausgebildete Notfall-Organisation für sogenannte „Großschadenslagen“ im Landkreis Uelzen in Reserve zur Verfügung steht, doch auch das ausgeklügelteste System stößt irgendwann an Grenzen, wenn es nicht mehr der Ausnahme-, sondern der Regelfall wird. „Wir stehen an der Kante“, sagt DRK-Geschäftsführer Heinz Meierhoff bezüglich der Belastung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Rund 160 Aktive hat der DRK-Kreisverband in den Gruppen Uelzen und Bad Bevensen, die organisatorisch und logistisch von hauptamtlichen Kräften verstärkt werden. „Wir haben einen Führungsstab eingerichtet und verschiedenste Szenarien erarbeitet“, erklärt Meierhoff. So kann die DRK-Kleiderkammer bei Bedarf rund um die Uhr geöffnet werden, alle Ortsvereine wurden gebeten, Mitglieder auf Abruf zur Verfügung zu stellen, Hauptamtliche auch aus Kindergärten, der Pflege und aus dem Verwaltungsbereich wurden mit einbezogen. „Doch auf Dauer kann es nicht gutgehen, wenn wir immer ganz kurzfristig reagieren müssen“, betont Meierhoff: „Wir erwarten, dass nach so vielen Wochen endlich auch landesweit und kommunal Strukturen aufgebaut werden.“

Aktuell müssen die Helfer immer innerhalb von Stunden improvisieren, wenn vom Land ein neuer Flüchtlingszug angekündigt wird. „Da müssen andere Automatismen her“, fordert Meierhoff. Und es gebe noch viele weitere Fragen: „Die Neuankömmlinge sind die eine Sache, aber wer betreut die, die schon da sind? Und was ist mit denen in den Zeltstädten, die vor dem Winter umquartiert werden müssen?“ Derweil haben Stadt und Landkreis Uelzen eine kurze Antwort auf die Frage, ob Uelzen künftig öfter Zielbahnhof für Flüchtlingszüge sein soll: „Darüber liegen uns keine Informationen vor.“

Von Thomas Mitzlaff

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