Ernte im Kreis Uelzen ist angelaufen: Gute Qualität trotz schlechten Starts

Landwirte sind guter Laune

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Symbolfoto

Uelzen/Landkreis. Der Blick zum blauen Himmel lässt derzeit des Landwirts Herz höher schlagen: Die Ernte beginnt in diesem Jahr zwar etwas später, dafür aber läuft sie dieser Tage im Landkreis Uelzen umso entspannter an.

Denn die Wetterfrösche sagen zumindest für die nächste Woche noch trockenes Sommerwetter voraus – das lässt die Bauern ganz in Ruhe auf ihre Maschinen steigen und auf die Felder zum Einholen ihrer Ernte fahren.

„Letztes Jahr haben wir das Getreide ja mehr vom Feld geklaut als geerntet“, sagt Thorsten Riggert, Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbands Nordostniedersachsen. „Ständig musste man gucken, wann es aufhörte zu regnen, und dann ist man schnell aufs Feld zum Ernten gefahren.“ Dieses Jahr hingegen geht es da gesitteter zu: „Wir haben bislang einen sehr stabilen Sommer und rechnen damit, dass der auch noch so bleibt“, sagt Riggert. Das mache die derzeitige Arbeit viel leichter.

Insgesamt sei man mit der Ernte, die vor ein, zwei Tagen angelaufen sei, etwa zehn Tage zu spät dran, bilanziert der Kreislandwirt. Schuld daran ist das nasse und kalte Frühjahr. Dort, wo man leichte Standorte vorfinde, die schneller als andere trockneten, könne jetzt aber die Ernte beginnen. Dieser Tage ist es die Wintergerste, die eingeholt wird. In etwa zehn Tagen werden dann die anderen Feldfrüchte folgen – Winterroggen, Weizen, Raps und Braugerste, und dann wird alles auf einmal geerntet, kündigt Thorsten Riggert an.

Der schlechte Start im Frühjahr und die verspätete Ernte hätten allerdings keine Auswirkungen auf Qualität oder Quantität, sagt der Kreislandwirt auf Nachfrage der AZ. „Die Bestände sehen in Hinsicht auf Erträge und Qualität in Ordnung aus.“ Für das Getreide war das Wetter in den vergangenen Wochen sogar optimal. Nur der starke Wind und Regen Mitte Juni habe dafür gesorgt, dass sich das Korn auf einigen Feldern „auf die Seite gelegt“ habe, weiß Riggert. Wenn es zu feucht sei, müsse man es aufwändig nach-trocknen, was wiederum Kosten verursache, sagt er. Mit der konsequenten Sonneneinstrahlung sei dies aber voraussichtlich nicht erforderlich.

Um eben dieses Flachlegen des Korns zu verhindern, hätten einige Landwirte im Kreis Uelzen dem wachsenden Getreide im Frühjahr sogenannte „Halmverkürzer“ verabreicht. Sie sorgen dafür, dass das Längenwachstum gebremst wird. Allerdings wirkt sich diese Bremse auch auf die Wurzeln aus: „Wenn die jetzige Trockenphase sechs Wochen früher gewesen wäre, dann wären die kurzen Wurzeln dem Wasser im Boden nicht hinterhergekommen“, erläutert Thorsten Riggert. Insofern sei es gut gewesen, dass es kräftig geregnet habe.

Bis voraussichtlich Mitte August wird die Wintergerste von den Feldern verschwunden sein. Während andere also die Sommer- und Ferienzeit mit Erholung und Nichtstun verbringen, sind die Landwirte derzeit voll im Einsatz. Allerdings ganz entspannt und erstmals seit einigen Jahren wieder unter blauem Himmel.

Von Ines Bräutigam

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