Seit zehn Jahren mehr Zuwanderungen

Landkreis zieht weiter Familien an

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Uelzen/Landkreis. Der Trend setzt sich weiter fort: Auch im Jahr 2010 sind mehr Menschen in den Landkreis Uelzen gezogen, als aus ihm abgewandert sind.

Das belegt eine aktuelle Statistik des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik und Kommunikationstechnologie in Hannover, die vor allem Uwe Liestmann ganz besonders freut. Denn: „Die Tendenz der vergangenen Jahre ist also keine Ausnahmeerscheinung“, bilanziert der Erste Kreisrat im Landkreis Uelzen.

Schon 2009 hatte der Landkreis Uelzen ein Plus in der Zu- und Abwanderungsstatistik hingelegt. Und nicht nur das: Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es mehr Zugezogene als Fortgezogene – „anders, als dies gemeinhin in der Öffentlichkeit wahrgenommen beziehungsweise dargestellt wird“, betont Liestmann.

Die Wanderungsbilanz 2010 weist im Kreis Uelzen ein Plus von 196 Menschen aus – 2960 Fortgezogenen stehen 3156 Zugezogene gegenüber. Vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen ist die Tendenz deutlich: 136 mehr Zuziehende als Wegziehende. „Dies ist ein klares Indiz dafür, dass sich vor allem Menschen im erwerbsfähigen Alter und Familien mit Kindern im Landkreis Uelzen niederlassen“, schlussfolgert Uwe Liestmann.

Zum Vergleich: bei den 50- bis 65-Jährigen ist ein Plus von 116, bei den über 65-Jährigen ein Plus von 25 zu verzeichnen. Ganz anders sieht es in der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre aus: Hier sind 146 Menschen mehr weggezogen als zugezogen. Liestmann: „Das zeigt, dass hier ganz offensichtlich Handlungsbedarf besteht, dem wir zum Beispiel mit attraktiven Bildungsangeboten, aber auch mit einem möglichst starken Wirtschaftssektor, verbunden mit vielen qualifizierten Arbeitsplätzen, gerecht werden können.“

Für den Ersten Kreisrat sind die Zahlen durchweg plausibel: Nach der Schule verließen die jungen Menschen den Landkreis, später jedoch kämen sie offensichtlich als junge Erwachsene mit ihren Kindern wieder zurück, könnte eine Theorie lauten. In den strategischen Zielen jedenfalls, nach denen sich der Landkreis Uelzen (wie berichtet) in den kommenden Jahren ausrichten wird, ist der Themenblock Ausbildung/Qualifizierte Arbeitsplätze bereits fest verankert. Konkrete Maßnahmen, so Liestmann, könne man allerdings noch nicht nennen.

Dennoch kann die positive Wanderungsbilanz nicht über die allmählich offensichtlich werdenden Folgen der demografischen Entwicklung hinwegtäuschen: Zählte der Landkreis Uelzen zum 31. Dezember 2010 insgesamt 94 020 Menschen, waren es im Vergleich zu 2009 noch 406 Einwohner mehr. Laut Statistik gab es 2010 fast doppelt so viele Sterbefälle (1270) wie Geburten (668).

Von Ines Bräutigam

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