Von Woche zu Woche

Eine Frage des Vertrauens

Der Landkreis Uelzen macht sich stark für den Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund, bringt Lösungen auf den Weg, um hiesige Unternehmen an ein Breitbandnetz anzubinden, das ein schnelles Arbeiten im Internet ermöglicht.

Eine ganze Reihe von Unternehmen zeigt derzeit Vertrauen in den Standort Uelzen und investiert kräftig; auswärtige Firmen – so weiß die Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“ zu berichten (und nicht zuletzt beweist es auch der Marktcenter-Investor HBB) – zeigen reges Interesse, sich hier niederzulassen. Kurzum: Uelzen hat einen guten Lauf.

Ines Bräutigam

Und nun wird die Handbremse angezogen. Die Koalitionspartner von SPD und Grünen, die in Hannover die neue Landesregierung bilden wollen, haben sich darauf verständigt, aus den Planungen für die A 39 das Tempo herauszunehmen. Wie das im Einzelnen aussehen soll, wird sich noch zeigen. Die ersten Reaktionen darauf sprechen jedoch schon jetzt eine deutliche Sprache: Zwischen Unverständnis und Ärger, abwartender Zurückhaltung und forscher Kritik schwanken in der Wirtschaft die Emotionen. Verständlich, dass sie sich gewissermaßen verprellt fühlt. Denn nicht unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr der nördlichste und der südlichste Abschnitt der Autobahn 39 planfestgestellt sein werden – damit wird der Bund das für den Bau dieser Teilstücke benötigte Geld zur Verfügung stellen. Und darauf bauen auch die Unternehmen.

Nicht nur, dass viel Geld für zwei zusammenhanglose Autobahn-Zipfel verpulvert worden wäre, würde man die weiteren Planungen absichtlich auf Eis legen – vor allem die hiesige Wirtschaft wäre verprellt worden. Sie verlässt sich auf die Landes- und Bundespolitik, dass eines Tages die Autobahnanbindung kommt. Denn für viele Unternehmer ist die Aussicht auf eine A 39 maßgeblich eine Entscheidung dafür, dem Standort Uelzen treu zu bleiben. Weil sie ihre Güter nicht nur über Schiene und Wasser transportieren, sondern auch über die Straße – und zwar schnell. Weil sie andauernd um qualifizierte Fachkräfte kämpfen müssen, die sich viel lieber in Regionen mit besserer Infrastruktur niederlassen. Und weil sie beginnen, dem Standort Uelzen zu vertrauen. Dieses Vertrauen sollte nicht zerstört werden.

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