Landkreis vor Gericht: Kläger fordert vom Abfallwirtschaftsbetrieb Schadensersatz

Mülltonnen plötzlich einkassiert

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Jahrelang soll der AWB ausgediente Abfallbehälter an Privatpersonen abgegeben und dafür Geld in der Kaffeekasse gesammelt haben.

dib/aja Uelzen. Wegen 15 alter Mülltonnen klagt vor der 2. Zivilkammer am Landgericht Lüneburg ein Mitglied des „Motorradclubs Brenner“ gegen den Landkreis Uelzen.

Der Kläger, selbst Mitarbeiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb (awb) des Landkreises, hat nach eigener Aussage vor knapp zehn Jahren als Privatperson für den Motorradclub auf dem kurzen Dienstweg und ohne Rechnung gegen eine Gebühr von hundert Euro dem awb 15 ausgediente Abfallbehälter abgekauft. Vor zwei Jahren hat der Abfallwirtschaftsbetrieb die Mülltonnen vom Gelände in Vinstedt, wo der „MC Brenner“ seine großen Treffen veranstaltet, wieder abgeholt. Der Uelzener fordert nun die Herausgabe der Tonnen oder Schadensersatz.

Jahrelang soll der AWB ausgediente Abfallbehälter an Privatpersonen abgegeben und dafür Geld in der Kaffeekasse gesammelt haben. Das bestätigte eine Reihe von Zeugen vor dem Landgericht. Beim awb selbst gehen offenbar die Meinungen auseinander: Im Rahmen der Verhandlung sagten Mitarbeiter aus, dass sie die Behälter herausgegeben hätten, andere aus dem Büro hingegen verneinten diese Vorgehensweise.

„Die stehen hier immer so herum“, schilderte im Gericht einer der bislang zwölf vernommenen Zeugen, wie er auf dem Betriebshof Kühlschränke abgegeben und einen ausgedienten Müll-Container entdeckt habe. „’Den kannst du mitnehmen’, hieß es, und bezahlen sollte ich im Büro einen Obolus für die Kaffeekasse oder so.“ Er habe 10 oder 20 Euro ohne Rechnung bezahlen sollen. Der Mann habe den Abfallbehälter gut gebrauchen können, als er seinen Betrieb umbaute. „Als unsere Umbaumaßnahme vorbei war, haben wir den Container samt Schutt selbst zur Deponie gebracht und für die Entsorgung den üblichen Satz bezahlt.“

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