Kreise sollen Uelzen nacheifern / Planungen zu Leerrohrnetz stehen bevor

Land lobt DSL-Engagement

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Kampf gegen langsames Internet. Der Kreis Uelzen hat ihn aufgenommen.

Uelzen. Der Landkreis Uelzen geht mit gutem Beispiel voran, lobt das niedersächsische Wirtschaftsministerium das Engagement in Sachen Breitbandversorgung.

Wie berichtet, ist geplant, im Landkreis Leerrohre zu verlegen, die dann von einem Internetanbieter gepachtet werden können, um eine flächendeckende DSL-Versorgung zu gewährleisten. Das Land Niedersachsen sieht dies als richtigen Schritt und ermuntert – bezugnehmend auf den Kreis Uelzen – „ausdrücklich“ noch weitere Kreise und kreisfreie Städte, die erforderlichen Planungen in Angriff zu nehmen So wie der Kreis Uelzen könnten auch andere Regionen mit Zuschüssen rechnen, so das Ministerium in einer Presseerklärung. Dafür wird nun zusätzliches Fördergeld von insgesamt 800 000 Euro für strukturelle Planungen zur Verfügung gestellt. Das Geld stamme aus der noch bis Ende dieses Jahres laufenden Regionalförderung der EU. Die Kosten für die Strukturplanungen, die als erster Schritt zu einem Leerrohrnetz zu sehen sind, müssen für eine Inanspruchnahme pro Landkreis oder kreisfreie Stadt zwischen 75 000 und 150 000 Euro liegen. Um auf die Fördermöglichkeit hinzuweisen, will das Wirtschaftsministerium Kommunen in den kommenden Wochen auch noch einmal anschreiben.

Im Kreis Uelzen, so erklärte gestern Marlis Kämpfer von der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“, steht indes die Auswahl eines Planungsbüros, dass das Leerrohrenetz ausarbeiten wird, unmittelbar bevor. Nach einer Ausschreibung und einem Auswahlverfahren sei ein kleinerer Kreis von in Frage kommenden Büros übrig geblieben. „Am Freitag findet dazu einmal eine Beratungsrunde zu bislang noch ungeklärten Punkten statt“, berichtete Kämpfer. Sie sei zuversichtlich, dass bei einem zufriedenstellenden Ergebnis dann in den kommenden zwei Wochen ein Auftrag erteilt werden könne.

Bis Ende des Jahres, so sah es der bislang geplante Ablauf vor, wird dann die Strukturplanung fertiggestellt, sodass danach – eine positive Entscheidung der Politik zur Fortführung des Projekts vorausgesetzt– durch eine europaweite Ausschreibung ein Telekommunikationsunternehmen gefunden werden kann, das das zu bauende Leerrohrnetz anmietet. Erst wenn eine Firma einen Zuschlag erhalten hat, werden auch die Baumaßnahmen realisiert.

Ungeachtet des weiteren Projektverlaufs wollen Politik und Verwaltung darauf achten, dass bei ohnehin anstehenden Bauarbeiten ein mögliches Verlegen von Leerrohren mitbedacht wird.

Von Norman Reuter

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