Kinder aus Veerßen kommen nicht zum Unterricht

Probleme bei Beförderung: Bus lässt die Schüler stehen

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Gerade bei der Schülerbeförderung von Veerßen nach Bad Bevensen hakt es in diesen Tagen.

Uelzen. Schulkinder, die von Veerßen in den vergangenen Tagen des neuen Schuljahres zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) nach Bad Bevensen mussten, benötigten Geduld oder blieben auch schon mal ganz auf der Strecke.

„In den ersten Tagen ist es zu Problemen gekommen“, weiß KGS-Schulleiterin Christel Auer, „da sind Schüler in Veerßen auch mal stehen gelassen worden. “ Allerdings sagt die Pädagogin auch, dass es mittlerweile direkte Verbindungen aus dem Südkreis zur KGS gibt, die Anfahrt zur Schule für viele Schüler bequemer mache.

Verantwortlich für die Schülerbeförderung ist der Landkreis Uelzen. Die Probleme seien dort bekannt, räumt Pressesprecher Martin Theine ein. Dass es klemmen könnte, habe beim Landkreis nicht wirklich für Erstaunen gesorgt. Schließlich habe man einen neuen Betreiber des Liniennetzes engagiert und einiges umgestellt.

Zum 1. August wurde ein komplett neues Busliniennetz mit 36 neuen Buslinien eingeführt – bestehend aus neun Hauptlinien, 27 Nebenlinien und ergänzt durch Rufbuslinien (AZ berichtete). 25 Orte werden erstmalig an den ÖPNV angeschlossen. Zum Schuljahresbeginn hat in diesem Zusammenhang auch die Schülerbeförderung begonnen.

Dass es vor allem in Veerßen hakt, bekommen nun die Schüler zu spüren. Ein Vater zweier Kinder berichtet von weinenden Mädchen und Jungen, die ratlos an der Bushaltestelle stehen, weil der Schulbus – hoffnungslos überfüllt – einfach an ihnen vorbei fährt und dass sie wegen ihres ständigen Zuspätkommens bereits von den Mitschülern gehänselt werden.

Busse ausgebremst

Bei der neu organisierten Schülerbeförderung, zumindest von Veerßen nach Bad Bevensen, hakt es derzeit noch. Kinder werden entweder gar nicht abgeholt oder zu spät. Eltern sind deswegen bereits verärgert, die Schüler verunsichert.

Man habe Fahrpläne verteilt und die auch mit den Schülern durchgesprochen, sagt Christel Auer, Leiterin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen. Außerdem seien zusätzliche Aufsichten an den Bushaltestellen gestellt worden, so Auer. Die Schule habe sich auf die geänderten Routen eingestellt, so die Lehrerin.

Der Landkreis hingegen sagt: „Seitens des Landkreises wurden vor den Sommerferien alle Schulen ausführlich über die Veränderungen informiert. Die Weitergabe dieser Informationen durch die Schulen an Eltern und Schüler ist offensichtlich nicht überall in ausreichendem Maße erfolgt“, schreibt Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage.

Der Landkreis stehe laufend im Kontakt mit dem Verkehrsunternehmen, um bei auftretenden Problemen entsprechend nachsteuern zu können. Die Pünktlichkeit der Busse werde zurzeit aber auch durch zahlreiche Baumaßnahmen erschwert. Linien, die insbesondere Uelzen berühren, hätten derzeit mit Verspätungen zu kämpfen. Mit entsprechenden Auswirkungen auch auf die vorgesehenen Umstiege, so der Landkreis.

Die Leidtragenden, moniert ein Vater in Veerßen, seien die Kinder. Wer an der Bushaltestelle nicht abgeholt worden sei, solle doch zum ZOB in die Uelzener Innenstadt und von dort aus zur KGS nach Bad Bevensen fahren, sei ihm geraten worden. Weil die Schulbusverbindung von Veerßen in die Kurstadt nicht rund laufe, habe sich sogar schon ein Busfahrer in seiner Mittagspause bereit erklärt, die Kinder nach Bad Bevensen zum Unterricht zu fahren. Dort kommen sie dann zu spät an, verpassen Unterichtsstoff und müssen sich auch noch rechtfertigen. Das kann es nicht sein“, ärgert sich der Veerßer Vater.

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