Kurhaus, Thermenhotel und Restaurant: Hoffen auf Geld

Kurhaus in der Warteschleife

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Bis Jahresende finden noch Veranstaltungen im Bad Bevenser Kurhaus statt. Im Frühjahr 2014 wird es geschlossen – und zwar unabhängig davon, ob es einen Neubau gibt.

wb Bad Bevensen. Ein neues Kurhaus – mit Thermenhotel oder Restaurant? Die Kurstadt Bad Bevensen hängt in der Schwebe. Bis Ende November soll sich zumindest eine der vielen Unbekannten in der touristischen Zukunft Bad Bevensens klären:

Denn dann erwartet Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer Nachricht von der Förderbank Niedersachsen (N-Bank) aus Hannover, die über den Zuschussantrag der Stadt für den Bau eines neues Kurhauses zu entscheiden hat. Bis zu drei Millionen Fördergelder erhoffen sich Verwaltung und Politik für den geplanten Fünf-Millionen-Bau an der Dahlenburger Straße. Fließen die Gelder, soll bereits im Frühjahr 2014 mit dem Abriss des bestehenden Kurhauses begonnen werden, um später an gleicher Stelle den Neubau errichten zu können.

Während die Verantwortlichen der Stadt „der Dinge harren“, wie Kammer erklärt, laufen die Detailplanungen des Dresdener Architekturbüros h.e.i.z.Haus weiter. Technik und Raumgestaltungen des neuen Kurhauses werden weiter konkretisiert.

Parallel laufen Gespräche mit möglichen Investoren, die zwischen dem als Solitär geplanten neuen Kurhaus und der bestehenden Jod-Sole-Therme ein Thermenhotel oder ein Restaurant errichten wollen. Beide Gebäude wären über Zugänge direkt mit dem neuen Kurhaus – das ohne eigene Gastronomie geplant ist – und der Therme verbunden (die AZ berichtete). Hinsichtlich der Realisierung der Projekte melden sich bei Verwaltungschef Hans-Jürgen Kammer Zweifel an: „Im Bereich Thermenhotel drehen wir uns im Kreis. Das ist bedauerlich, weil es den Ort sehr aufwerten würde.“ Bis Ende des Jahres müsse der Investor Nägel mit Köpfen machen – länger könne die Stadt nicht warten. Denn geplant ist es, beide Projekte – Kurhaus und Thermenhotel oder Restaurant – in „einem Rutsch“ umzusetzen. „Sonst sind die Gäste zu Recht sauer“, sagt Kammer und verweist darauf, dass Gäste von 2014 an einen erhöhten Kurbeitrag zahlen müssen und darum nicht mit zwei aufeinander folgenden Großbaustellen verärgert werden sollten.

Bürgermeister Martin Feller betont, dass beide Varianten – also das Thermenhotel und das Restaurant – weiter verfolgt würden. Er macht jedoch keinen Hehl daraus: „Von unseren Wünschen her wäre das Thermenhotel erstrangig“, erklärt der Grünen-Politiker und bezieht damit eine Position, die unter den Hoteliers der Kurstadt umstritten ist. Ein Teil der Vermieter befürchtet in einem Thermenhotel einen Konkurrenten, der sie Übernachtungsgäste kosten wird. Ein anderes Lager argumentiert hingegen, dass ein Thermenhotel neue Besuchergruppen nach Bevensen ziehen und den Standort attraktiver machen würde.

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