Kunden kaufen fast wie vor der Krise

Uelzen. Sie sind leuchtend rot und saftig – und sie werden gekauft wie vor Beginn der EHEC-Krise: Tomaten stehen auf dem Uelzener Wochenmarkt wieder hoch im Kurs. Aber auch bei Gurken und Salat ist kaum noch Zurückhaltung der Kunden erkennbar. Die Angst vor EHEC, die wochenlang die Öffentlichkeit beschäftigt hatte, ist offenbar abgeebbt, wie die AZ-Umfrage  auf dem Vitalmarkt zeigt.

„Am Tag, nachdem Tomaten, Gurken und Salat von den Behörden wieder freigegeben wurde, haben uns die Kunden die Tische leer gekauft“, erinnert sich Markthändler Uwe Stahnke aus Bleckede. Trotzdem hat er während der EHEC-Krise erhebliche Einbußen erlitten. „Bei Tomaten waren das 40 Prozent, bei Gurken 60 Prozent und bei Salat 80 Prozent“, klagt er. „Die Leute waren halt sehr verunsichert. Doch jetzt kaufen sie bei uns wieder wie vorher.“

Ähnliche Erfahrungen hat Erika Predöhl, Marktfrau am Stand von Bauer Schwutke, gemacht. „Wir verkaufen jetzt Salat und Gurken in gleicher Menge wie vorher“, erzählt sie. Auch während der akuten EHEC-Welle hätten viele Kunden nicht auf Gemüse verzichten wollen. Und so hätten sich die Einbußen an ihrem Verkaufsstand auch in Grenzen gehalten. Doch auch diejenigen Kunden, die in dieser Zeit zurückhaltend waren, kann Erika Predöhl verstehen. „Ich habe es ihnen nicht übel genommen. Das sollen sie selbst entscheiden, ich habe sie nicht überredet“, versichert sie.

Über so manches Gespräch mit ihren Kunden muss Markthändlerin Martina Gehrdau vom gleichnamigen Gemüsehof aus Bardowick, noch immer schmunzeln. „Nein danke, bitte keinen Salat. Ich kaufe nur noch tiefgefrorenes Gemüse“, habe eine Kundin zu ihr gesagt, als das Thema EHEC so richtig hochkochte. „In dieser Zeit haben wir so gut wie gar nichts mehr verkauft“, bedauert Martina Gehrdau. Auch heute noch laufe ihr Umsatz bei Salat eher schleppend, „Gurken und Tomaten gehen aber wieder gut“.

Finanziell gebeutelt von der EHEC-Krise wurde auch Inge Rettberg aus Schnega, die an ihrem Wochenmarkt-Stand frisches Bioland-Gemüse anbietet. „Bis Pfingsten hatte ich ganz heftige Umsatzrückgänge – die Hälfte bis drei Viertel weniger“, sagt sie. „Seitdem ist es zum Glück besser geworden.“ Ausgerechnet die Tatsache, die sie nur ökologische Produkte anbietet, wurde zum Nachteil für Inge Rettbergs Geschäft: „Der betroffene Gärtnerhof in Bienenbüttel war doch auch ein Bio-Betrieb.“

Von Bernd Schossadowski

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