Manifest: Scharfe Kritik von 80 Kulturschaffenden an Kürzungen im Kulturetat

„Kultur ist kein Luxus“

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Kulturschaffende aus Uelzen machen sich stark, damit im Kultur-Berich nicht der Rotstift regiert.

Uelzen. Mit einem „Manifest aus gegebenem Anlass“ sind 80 Kulturschaffende an die Öffentlichkeit getreten, um ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen, dass die finanzielle Unterstützung des Kulturbereiches im Zuge der Sanierung des städtischen Haushaltes immer drastischer gekürzt werde.

Je weniger in kulturelle Bildung investiert werde, umso mehr wachse die Mehrheit, die Subventionen für – meist ehrenamtlich erbrachte – Leistungen für überflüssig halte, heißt es in dem Manifest, das unter anderem von Ute Lange-Brachmann (Organisatorin der Holdenstedter Schlosswochen), ihrem Ehemann Eckhard Lange, Dr. Udo Hachmann (Vorsitzender des Kunstvereins), Erik Matz (Kantor an St. Marien) und Georg Lipinsky (Bund Bildender Künstler) unterschrieben worden ist.

„Man hat fast schon den Eindruck, dass sich manche Personen, die sich technisch-kommunikativ gerüstet auf der Höhe der Zeit wähnen, geradezu damit brüsten, klassischem Theater, klassischer Literatur, klassischer Musik, wo es geht, aus dem Weg zu gehen. Leider sieht man auch nur wenige Ratsherren und Ratsfrauen in Veranstaltungen, die einen gewissen kulturellen Anspruch haben“, übt die Kulturszene harte Kritik an den politischen Mandatsträgern. Anders ausgedrückt: „Diejenigen, die vor allem im kulturellen Bereich den Rotstift ansetzen wollen, können also gar nicht wissen, was sie damit anrichten. Vielleicht merken sie relativ bald, dass mit den Kürzungen im Kulturbereich kein Haushalt zu sanieren ist.“ Provokant fragen die Kulturschaffenden: „Wann aber werden sie (die Politiker, d. Red.) begreifen, dass damit ein Lebensnerv der Gesellschaft abgetötet wird und eine Stadt ohne ein qualitativ hochstehendes Kulturangebot entscheidend an Attraktivität verliert?“

In dem Zusammenhang warnen die Unterzeichner des Manifestes vor einer Entwicklung, wie sie schon länger in den USA zu beobachten sei: „Kultursponsoring nur noch in den Metropolen, kulturelle Verödung (um nicht zu sagen: Verblödung) in der Provinz.“ Dies könnte auch in Uelzen eintreten, „wenn Bürgermeister Otto Lukat, einer der letzten Förderer und Verteidiger von Kultur an Uelzens Stadtspitze, in Pension geht“. Eindringlich appelliert die Kulturszene: „Kultur ist kein Luxus, sondern Lebensmittel. Und zwar für alle.“

Den kompletten Wortlaut des Manifestes, die vollständige Liste der Unterzeichner und weitere Artikel zur Haushaltssanierung finden Sie hier.

Von Andreas Becker

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