Eckehard Niemann fordert Transparenz bei Standort-Planung

Kritik an voreiligen Windpark-Verträgen

Rund 116 Windräder gibt es im Landkreis. Ab nächster Woche wird über Flächen für weitere Anlagen beraten. Foto: Wendlandt

Uelzen. In einem Offenen Brief fordert Eckehard Niemann aus Bienenbüttel mehr Transparenz bei der Planung von Windpark-Standorten im Landkreis Uelzen.

Er befürchtet, dass die Bürger in den Prozess nicht eingebunden werden und Fragen der Standort-Suche „nur in den Kommunalgremien oder unter einigen ausgesuchten Grundstückseigentümern“ entschieden werden. Dann wären Konflikte und Akzeptanz-Probleme in den Dörfern vorprogrammiert, so Niemann.

„Sollte es zutreffen, dass der Landkreis Uelzen – im Gegensatz zu anderen Landkreisen – den Mindestabstand der künftig ja ohnehin wesentlich höheren Anlagen auf 750 Meter statt auf 1000 Meter verringert hat, so bedürfte dies ebenfalls einer größeren Öffentlichkeit, Begründung und Diskussion“, schreibt er. „In einigen Gemeinden haben Windpark-Unternehmen bereits Vorverträge mit Grundstückseigentümern (einschließlich der Kirchen) geschlossen, deren Wirksamwerden nun nur noch von der Genehmigung durch den Landkreis abhängt“, erklärt Niemann. Aus Kreistags-Kreisen sei zu hören, man fühle sich durch dieses Vorgehen in der Entscheidungsfindung bedrängt.

Der Landkreis Uelzen weist unterdessen die Kritik zurück. „Ich kann mich nur fragen, wie es zu dem Vorwurf kommt“, betont Baudezernent Frank Peters. „Es gibt noch keinerlei Festlegung.“ Er weist darauf hin, dass ein Kreistagsbeschluss für die Ausweisung von Gebieten benötigt werde. Gemeinden seien bereits angeschrieben worden, um der Verwaltung mitzuteilen, auf welche Aspekte vor Ort geachtet werden müsse. Am kommenden Donnerstag, 10. Mai, um 16.30 Uhr steht eine erste Veranstaltung an, auf der über das Thema beraten wird: die Sitzung des Ausschusses für Planung und Straßenbau des Kreises auf dem Betriebshof an der Wendlandstraße in Oldenstadt. Die Ausschluss- und Abstandskriterien für die Planung von Vorrangstandorten für die Windenergienutzung im Regionalen Raumordnungsprogramm stehen auf der Tagesordnung. „Dann wird die politische Diskussion richtig losgehen“, vermutet der Baudezernent. Er rechnet damit, dass die Planung dieser Vorrangstandorte Ende dieses Jahres beendet ist. „Wir versuchen das Wohl der Allgemeinheit zu sehen und Abwägungsmaterial zu liefern“, stellt Peters klar.

Bislang stehen 116 Windkraftanlagen im Landkreis, rund 850 Hektar an Flächen sind derzeit dafür ausgewiesen.

Von Diane Baatani

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