Neuer Vorschlag zur Anbindung des Marktcenters erntet viel Kritik

Kreisverkehr als „Tor“ zur Uelzener Innenstadt?

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Zurzeit herrscht bei vielen Autofahrern in dem Bereich wegen unterschiedlicher Vorfahrtsregelungen Unsicherheit.

Uelzen. Die Diskussion ist nicht neu. Bereits vor Baustart des Marktcenters vor drei Jahren beschäftigte sie bereits die Uelzener Politik. Nun, unmittelbar vor der Eröffnung am 30. Juni, nimmt sie wieder an Fahrt auf: Wie lässt sich das neue Einkaufszentrum am Veerßer Tor an die Innenstadt anbinden?

Erste Ideen wurden 2012 erarbeitet, diskutiert – und in die Schublade gepackt. Bernd Behn, Fachbereichsleiter Straßenbau, Umwelt und Grünflächen bei der Stadt Uelzen, präsentierte den Ausschüssen für Stadtplanung und für Wirtschaftsförderung am Donnerstagabend eine weitere neue Variante: Zwischen den Zufahrten zur Dieterichsstraße und der abbiegenden Veerßer-Straße könnte ein Kreisverkehr in Form eines Ovals enstehen. Der bisherige Parkplatz vor der Sparkasse würde bestehen bleiben. Auto- und Radfahrer sollen um ihn herumfahren.

Der Vorschlag besteche durch den Umstand, dass sich mit ihm die schwierige Verkehrssituation mit unterschiedlichen Vorfahrtsregelungen an den Zufahrten Dieterichsstraße und Veerßer Straße klären ließe, so Bernd Behn. Vor dem Kreishaus würde für Fußgänger der Bürgersteig verbreitert und auch vor dem Drei-Linden-Center ein Ort zum Verweilen geschaffen – auf dem Weg zur Innenstadt.

Kreisellösungen waren bereits schon einmal angedacht, aber aus Kostengründen schnell wieder beiseite gelegt worden. Diese Umgestaltung sei mit 250 000 Euro zu realisieren, so Behn.

Scharfe Kritik übte Jan Henner Putzier (SPD) an dem Vorstoß: „Thema verfehlt“, urteilte er. Denn es gehe um die Anbindung des Marktcenters an die Innenstadt, die bei diesem Vorschlag „nicht gewährleistet“ sei. Entscheidend sei, dass eine Sichtachse zur Innenstadt geschaffen werde und Fußgänger möglichst einen kurzen Weg mit wenig Straßenquerungen haben.

Für Uwe Holst, ebenfalls SPD, greift der Vorschlag zu kurz. Die Pläne für die Ilmenaustadt mit einem Ilmenaubecken am Herzogenplatz und einer dadurch veränderten Verkehrsführung sei ebenfalls zu berücksichtigen. Und unklar sei auch, was aus dem Areal des Kreishauses werde. Wie berichtet, wird der Neubau des Kreishauses an anderer Stelle diskutiert

Ariane Schmäschke, Grüne, hegte Zweifel daran, ob die Verkehrsführung auch von Radfahrern eingehalten werde. Wilfried Teichmann (SPD) erinnerte an den Diskussionsstand 2012. Damals habe die Politik als Tenor erklärt, dass die Anbindung des Marktcenters an die Innenstadt über einen besseren Fußweg entlang der Ilmenau gewährleistet werden sollte. „Was wurde aus diesem Vorschlag?“ Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull sagte, dass dieser Vorschlag keineswegs vom Tisch sei. Die Politik habe dafür das Geld in den Haushalt einzustellen. Joachim Delekat (UWG) plädierte dafür, zunächst abzuwarten, wie sich die Situation nach der Eröffnung des Centers entwickle, um den Haushalt zu schonen. Widerspruch erntete er von Putzier: „Wir müssen die Centerbesucher möglichst früh abholen.“ Lob für das Konzept äußerte Karsten Jäkel (CDU): „Es ist die beste Umsetzung zu schmalem Geld.“

Von Norman Reuter

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Zu späte Diskussion

Norman Reuter

Die neue Diskussion um eine bessere Anbindung kommt für die Einzelhändler in der Innenstadt zu spät, weil sie ab 30. Juni de facto mit dem Center – neben Rewe und Aldi werden auch eine Apotheke, ein Modegeschäft und ein Schuhcenter zu finden sein – Konkurrenz bekommen. Wer sich drei Monate vor der Wahl mit Vehemenz für eine bessere Anbindung ausspricht, der muss sich fragen lassen, warum das nicht schon viel früher geschah. Und warum man überhaupt die Konkurrenz-Situation zuließ. (nre)

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