AfD mit drei Sitzen vertreten – Zersplitterung erschwert die Arbeit

Kreistag definiert sich neu

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Wahlhelfer kann auch Schwerstarbeit bedeuten: Nach der Schließung der Wahllokale nahmen die Auszählungen viele Stunden in Anspruch.

Landkreis Uelzen. „Wir hatten natürlich gehofft, unsere Sitzzahl halten zu können. Aber der Sitzverlust ist letztlich in einem Bereich, den man erwarten konnte“, sagt Stefan Hüdepohl.

Zwar bleibt die CDU im Uelzener Kreistag die stärkste Partei, doch der Fraktionsvorsitzende macht sich keine Illusionen: „Mehrheiten zu finden, wird angesichts der Zersplitterungen nicht einfacher.“ Sieben Parteien werden nach aktuellem Stand im neuen Kreistag vertreten sein: Die CDU mit 15 Sitzen (-2), SPD 11 (-2), Grüne 6 (+-0), UWG 4 (+1), FDP 2 (+1) sowie neu die AfD mit 3 und die Linke mit einem Sitz. Nicht mehr im Kreistag vertreten sind die Wählergemeinschaft Keine A 39 (bislang einen Sitz) und die Rentnerpartei, die nicht mehr antrat. Für Gesprächsstoff sorgte am gestrigen Wahlabend vor allem das Abschneiden der Alternative für Deutschland. Dabei lohnt ein Blick auf die Wahllokale: Prozentual die meisten Stimmen holte die AfD in Ellerndorf, rund 25 Prozent der Wähler gaben im dortigen Feuerwehrgerätehaus der Partei ihre Stimme, gefolgt von den Wahllokalen Oberschule Uelzen (17,5) und Feuerwehrhaus Emern (16,6).

Die CDU hat ihren größten Anhand in Nateln (79,4 Prozent), die SPD ist im Uelzener Ortsteil Masendorf eine Macht (51,6 Prozent).

Die Grünen können prozentual auf die meisten Wähler in Hohnstorf (45,8) zählen, während für die UWG in Räber Alfred Meyer eine Bank ist (38,9). Und die FDP schnitt im Wohnort ihres Vorsitzenden Rainer Fabel besonders gut ab (25).

Doch mit welchen Mehrheiten ist nun eine verlässliche Politik für den Landkreis Uelzen möglich. Stefan Hüdepohl konnte darauf gestern natürlich noch keine Antwort geben. Aber auf andere Antworten ist der CDU-Fraktionschef ebenso gespannt: Auf die der AfD zu ihren kommunalpolitischen Plänen. „Da haben die sich bis heute nicht einmal konkret geäußert.“

Nicht „dämonisieren“ möchte der designierte Kreistagsfraktionsvorsitzende der SPD, Andreas Dobslaw, die AfD: „Wir werden die Partei an Sachthemen orientiert bewerten und da muss mehr kommen als nur ein ,ich bin dagegen’“. Zum Wahlergebnis sagt Dobslaw: „Wir sind sehr froh darüber, dass wir den Generationswechsel, den wir vollziehen mussten, mit leichten Blessuren überstanden haben“. Alles andere müsse man nun ausloten.

Von Thomas Mitzlaff

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