Hamburger Firma ermittelt Kosten für Neubau / Telekom-Gebäude keine Option

Kreishaus für 43 Millionen Euro in Uelzen

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Ein Ersatz für das sanierungsbedürftige Kreishaus würde an der Ecke Eschemannstraße/Sternstraße rund 43 Millionen Euro kosten.

Uelzen. Der Bau eines neuen Kreishauses wird mindestens 43 Millionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt das Unternehmen Combine Consulting aus Hamburg.

Es war im Frühjahr beauftragt worden, mögliche Standorte für einen neuen Sitz der Kreisverwaltung zu bewerten und durch die Ermittlung des Raumbedarfs für die 396 Mitarbeiter des Landkreises auch zu erwartende Bau- und Unterhaltungskosten zu berechnen.

Die Kreispolitik hatte sich im vergangenen Jahr wegen des Alters des jetzigen Kreishauses an der Veerßer Straße – Fertigstellung 1954 – und eines daraus resultierenden hohen Sanierungsbedarfes dafür ausgesprochen, dass ein neues Verwaltungsgebäude gebaut wird. In einer gebildeten Arbeitsgruppe mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern waren zunächst sieben mögliche Flächen für einen Neubau in Erwägung gezogen und ihre Vor- und Nachteile benannt worden (AZ berichtete).

Combine Consulting betrachtete, wie gestern Kreis-Baudezernent Frank Peters erläuterte, vier Grundstücke näher; ein Kriterium: mindestens 15 000 Quadratmeter werden für ein Kreishaus mit ausreichend Parkraum benötigt. Seit Anfang Juni liegt die Analyse vor: Auf dem Areal des früheren Kieselgurwerkes an der Ecke Eschemannstraße/ Sternstraße wäre demnach für rund 43,5 Millionen Euro ein Neubau zu errichten. Etwa 200 000 Euro teurer wäre der Bau eines Kreishauses auf dem Stadthallen-Areal. Der Landkreis müsste das Gelände von der Stadt kaufen. Mit 44,2 Millionen Euro würde ein Bau auf dem Gelände der Pestalozzi-Schule zu Buche schlagen. Die Fläche befindet sich in Besitz des Landkreises, das Gebäude wäre abzutragen. Durchgerechnet wurde auch ein Ersatzbau auf dem Gelände des jetztigen Kreishauses. Dies wäre mit 49,6 Millionen Euro die teuerste Lösung. Die Kreisverwaltung müsste in einem solchen Fall für zwei Jahre an einem anderen Ort untergebracht werden.

Bei allen Berechnungen seien mögliche Kostensteigerungen von 8,5 Prozent berücksichtigt, sagte Frank Peters. Ebenfalls beleuchtet, aber als Option verworfen wurde, so der Baudezernent, auch ein von Politikern diskutierter Einzug in das Telekom-Gebäude an der Bahnhofstraße. Teile des Komplexes seien älter als das jetzige Kreishaus, zudem gebe es noch laufende Mietverträge für Büroflächen. Nach den Vermarktungsunterlagen laufen die Verträge mindestens bis 2018 mit der Option für eine Verlängerung. Im Jahr 2021 soll die Kreisverwaltung aber bereits einen neuen Sitz haben. Am 21. Juni will der Kreisausschuss in nicht öffentlicher Sitzung auf Grundlage der Ergebnisse von Combine Consulting eine Standortentscheidung treffen.

Von Norman Reuter

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