Vom Kreisel bis zum Weltfrieden

+
Der Tannenbaum im Uelzener Rathaus ist mit Wunschkarten der Bürger gespickt. Die Stadt wird die Anregungen nun auswerten.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Die Wunschkarte trägt eindeutig die Handschrift eines Grundschülers. „Ich wünsche mir ein ferngesteuertes Flugzeug“, hat der achtjährige Christopher aus Westerweyhe auf einen Zettel geschrieben und diesen an den Tannenbaum im Foyer des Uelzener Rathauses gehängt. Rund 150 Karten mit Wünschen zieren den Weihnachts-Wunschbaum, der bis heute früh stehen bleiben soll.

Doch die Karten wandern danach nicht einfach in den Papierkorb. Vielmehr wird die Stadtverwaltung die Anregungen auswerten und sich gegebenenfalls bei den Bürgern melden. Darauf warten die Kinder der Grundschule Westerweyhe schon sehnsüchtig. Sie haben etwa 50 leuchtend grüne und pinkfarbene Zettel mit einem dringenden Anliegen an den Baum gehängt. „Ich wünsche mir einen sicheren Schulweg zu meiner Schule in Westerweyhe“ steht darauf, verbunden mit einem Vorschlag für die Ortsdurchfahrt: „Errichtung einer Tempo-30-Zone für den Schulweg oder eines Fußgängerüberweges.“

Überhaupt wird die Sicherheit im Straßenverkehr auf vielen Wunschzetteln gefordert – zum Beispiel mehr Geschwindigkeitskontrollen im Bereich der Lucas-Backmeister-Schule. Gleich auf mehreren Karten äußern die Verfasser ihre Sorge über die neue Verkehrsregelung auf der Bahnhofstraße. Dort müssen Radler stadtauswärts seit kurzem die Fahrbahn benutzen. „Ich halte diese Regelung für sehr viel gefährlicher als die Altregelung“, schreibt ein besorgter Bürger.

Eine bessere Beleuchtung der Bushaltestelle am Gasthaus Hillmann in Holdenstedt wird ebenso gefordert – „damit die Kinder nicht im Dunkeln stehen“. Ein anderer Wunsch: ein Kreisel vor dem Kreishaus. Die Verkehrssituation sei dort „einfach katastrophal“, bemängelt ein Schreiber. Ein weiterer wünscht sich „eine vernünftige Handy-Verbindung und einen schnellen DSL-Anschluss“ in Masendorf. Und nicht zuletzt heißt es auf einigen Karten: „Die Kirchweyher Ortsumgehung muss gebaut werden.“

Auch zur Nutzung der Veerßer Straße zwischen altem Rathaus und Herzogenplatz finden sich mehrere Anregungen am Baum. „Ich wünsche mir, dass die Fußgängerzone wieder kommt“, schreibt ein Mann, auf „einen Neuversuch mit etwas mehr Probezeit für die Fußgängerzone“ hofft ein anderer. Ganz bescheiden äußert sich hingegen ein Mädchen namens Clara: „Ich wünsche mir Weltfrieden“, steht auf ihrer Karte.

Kommentare