Kreis will auf Bekämpfen verzichten

Kreis Uelzen: Weniger Befall durch die Eichenprozessionsspinner

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Sobald es grünt, waren sie im vergangenen Jahr im Anmarsch: Eichenprozessionsspinner. Die Haare der Raupen sind für den Menschen gefährlich. Nun brechen augenscheinlich die Populationen zusammen.

Uelzen/Landkreis. Warnschilder werden seit Jahren im Frühling aufgestellt, spezielle Sauggeräte kommen zum Einsatz und aus Kanonen schießen Nebelschwaden mit Bioziden: Schutz für Mensch und Natur. Eichenprozessionsspinner befallen, sobald es grünt, Bäume.

Sie schlagen sich die Bäuche mit jungen Blättern voll. Die Haare der Eichenprozessionsspinner sind für den Menschen gefährlich. Sie können Allergien und Atemnot auslösen. Nach Jahren, in denen der Befall zunahm, scheint nun das Schlimmste vorbei zu sein. Der Landkreis will so auch in diesem Jahr auf eine Bekämpfung an Radwegen verzichten.

1000 Bäume an Kreisstraßen waren im vergangenen Jahr noch im Osten des Landkreises im Bereich zwischen Bad Bevensen und Suderburg eingenebelt worden, damit die Fahrradtour nicht böse endete. Begutachtungen von Bäumen gaben Aufschluss darüber, wo es einen Befall der Bäume gab und Handlungsbedarf bestand. Die Zählungen belegten seinerzeit bereits aber auch schon: Die Populationen nehmen wieder ab. Eine Entwicklung, die auch von Kommunen, die innerhalb ihrer Grenzen die Spinner bekämpfen, festgestellt wurde. Bürgermeister Harald Benecke vermeldet für das Gebiet der Samtgemeinde Aue „erfreulicherweise“ einen rückläufigen Befall seit zwei Jahren. Bei Bedarf würden in diesem Jahr befallene Bäume abgesaugt. Auch in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sollen Mittel ergriffen werden, wenn es nötig ist. Eine geplante Bekämpfung gebe es nicht, so Samtgemeinde-Sprecher Jörn Nolting. Die Stadt Uelzen will im Mai 1200 Bäume in der Kernstadt und in den Ortsteilen mit Bioziden besprühen, noch bevor die Raupen ihre Brennhaare entwickeln. Bereits im vergangenen Jahr wurde diese Zahl von Bäumen behandelt. Einen stärkeren Bedarf an Bekämpfung der Tiere gibt es damit nicht.

Für Armin Menge, Leiter des Uelzener Forstamtes, ist die positive Entwicklung beim Befall von Bäumen nachvollziehbar. Er erklärt: Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner durchlaufen Zyklen. „Einer Massenvermehrung folgt ein Zusammenbruch der Population“, so Menge. Er geht davon aus, dass nach dem vermehrten Vorkommen in den vergangenen Jahren nun mit einem Tief zu rechnen ist. Abhängig ist die Vermehrung und Ausbreitung der Tiere auch von den Umweltbedingungen. Menge: „Die Witterung spielt eine große Rolle“. Ein weitgehend trockenes Frühjahr begünstige eine Ausbreitung.

Aus diesem Grund kann es noch möglich sein, dass noch nachgesteuert wird und es gegebenenfalls zu einer Bekämpfung an Kreisstraßen kommt, erklärt der Landkreis. In den vergangenen Jahren setzte dabei der Kreis Biozide ein, die sich auf die Blätter legen. Bei Kontakt den Eichenprozessionsspinnern vertrocknen sie wegen Durchfällen, hervorgerufen durch Bakterien in den Bioziden.

Von Norman Reuter

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