Kreis Uelzen schneidet beim bundesweiten Zensus sehr unterschiedlich ab

Viele Ältere, wenige Ledige

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Beim Anteil älterer Menschen liegt der Kreis Uelzen bundesweit in der Spitzengruppe. Diese und viele weitere demogafische Daten liefert jetzt die erste umfassende Zensus-Publikation.

Uelzen/Landkreis. Ein außergewöhnlich hoher Anteil von Menschen ab 65 Jahren, deutlich weniger Ausländer als im Bundesdurchschnitt und zudem eine geringere Quote an Ledigen: Das sind einige Kennzeichen des Landkreises Uelzen, die sich aus dem bundesweiten Zensus vom 9. Mai 2011 ergeben.

Jetzt haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die erste umfassende und vergleichende Zensus-Publikation zur demografischen Struktur in Deutschland veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass der Kreis Uelzen gegenüber den bisherigen Prognosen nochmals an Einwohnern verloren hat.

• Frauenanteil: Demnach lebten zum Zensus-Stichtag insgesamt 93 596 Menschen im hiesigen Landkreis. 51,5 Prozent von ihnen waren Frauen, 48,5 Prozent Männer. Das entspricht ziemlich genau der Geschlechterverteilung in ganz Deutschland und in Niedersachsen. Bundesweit den höchsten Frauenanteil hat übrigens die Stadt Baden-Baden mit 53,3 Prozent, die niedrigste Quote weist der Kreis Cloppenburg mit 49,6 Prozent auf.

• Seniorenanteil: Deutlich vom Bundestrend weicht der Kreis Uelzen hingegen bei der Altersstruktur ab. Hier kommen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 40,3 Bürger, die 65 Jahre oder älter sind. Damit liegt Uelzen bundesweit in der Spitzengruppe, denn der durchschnittliche Altersquotient in Deutschland beträgt 32,7. Zum Vergleich: Im Kreis Vechta ist der Anteil älterer Menschen (23,7) am niedrigsten.

• Jugendanteil: Trotz der vergleichsweise älteren Bevölkerung weist der Kreis Uelzen einen überraschend hohen Anteil junger Menschen auf. Dabei kommen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 28,3 Menschen unter 18 Jahren. Hier reiht sich Uelzen bundesweit ins Mittelfeld ein. Spitzenreiter ist der Kreis Cloppenburg mit einem Jugendquotient von 35,7.

• Ausländeranteil: Insgesamt 2490 Einwohner des Kreises Uelzen hatten am Zensus-Stichtag einen ausländischen Pass – gerade mal 2,7 Prozent der hiesigen Gesamtbevölkerung. Damit liegt Uelzen erheblich unter dem Bundesschnitt (7,7 Prozent) und dem Landesschnitt (5,5 Prozent). Die Stadt Offenbach rangiert mit einem Ausländeranteil von 28,7 Prozent deutschlandweit an erster Stelle.

• Familienstand: 55,5 Prozent der volljährigen Einwohner des Landkreises Uelzen waren am Tag der Zensus-Erhebung verheiratet, 24,6 Prozent ledig, 10,9 Prozent verwitwet und 8,9 Prozent geschieden. Damit hat die Region einen geringeren Anteil Lediger und eine höhere Quote Verheirateter als im bundesweiten Vergleich. Die meisten ledigen Erwachsenen leben in der Stadt Heidelberg (46,2 Prozent), die meisten Verheirateten gibt es im Rhein-Pfalz-Kreis (62,3 Prozent).

• Religionszugehörigkeit:  Dass der Kreis überwiegend evangelisch geprägt ist, hat der Zensus untermauert. Lediglich 6,6 Prozent Katholiken stehen hier 64,7 Prozent Protestanten gegenüber, weitere 28,8 Prozent haben eine andere oder keine Religionszugehörigkeit.

Von Bernd Schossadowski

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