Kreis schrumpft weniger

Die Zahl der Neugeborenen im Landkreis Uelzen kann den Bevölkerungsrückgang nicht aufhalten.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. In den regionalen Radionachrichten war es bereits eine Schlagzeile des Tages: Der Landkreis Uelzen habe im vergangenen Jahr drei Prozent seiner Bevölkerung verloren, hieß es mit Verweis auf die neuesten Daten aus dem Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie. Drei Prozent – das wären bei knapp unter 95 000 Einwohner ein Schwund von fast 3000 – und Negativrekord in der Heide-Region.

Doch diese Zahl ist falsch. In Wirklichkeit hat sich die Bevölkerung zwischen Bienenbüttel und Bad Bodenteich vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009 nur um 268 auf 94 673 verringert. Der Landesbetrieb hatte in seiner landesweiten Statistik die Kommastelle falsch gesetzt. Somit beträgt die Abnahme nur 0,3 Prozent.

„Das ist ein Versehen. Wir werden es umgehend korrigieren“, sagte eine Mitarbeiterin des Landesbetriebs auf AZ-Nachfrage. Im Laufe des Nachmittags hatte die Behörde die Panne behoben. Die statistische Bevölkerungsexplosion im Landkreis Vechta von 39 Prozent pendelte sich so auf immer noch positive 3,9 Prozent ein.

Das Minus von 268 Einwohnern ist für den Landkreis der beste Wert der vergangenen fünf Jahre. 2008 verlor der Landkreis noch 0,7 Prozent seiner Bevölkerung –  das waren damals 664 Frauen und Männer. Im Jahr 2007 schrumpfte der Kreis mit einem Saldo von 1043 sogar vierstellig.

Die Samtgemeinde Bodenteich verzeichnet zum Zeitpunkt der jüngsten Erhebung sogar ein Jahresplus um 15 Einwohner auf 6267. Die Kreisstadt Uelzen wuchs um einen Einwohner auf 34 397. Die größten Verluste müssen die Samtgemeinden Bevensen (-82 auf 16 201) und Altes Amt Ebstorf mit einem Minus von 75 auf 10 336 verkraften.

Bienenbüttel hat sieben Einwohner weniger (6646), die Samtgemeinde Rosche verliert 49 (7070), bei Suderburg ist es ein Minus von 33 (6980) und in Wrestedt sank die Zahl der Männer und Frauen um 38 auf 6776. Die größten Verluste bei den Gemeinden: Flecken Ebstorf (-42), Oetzen (-37) und Bad Bevensen (-31).

Für Aufsehen hatten jüngste Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung im soeben veröffentlichten Gutachten zur Schulentwicklung für den Landkreis gesorgt (AZ berichtete). Danach schrumpft der Kreis Uelzen im Jahr 2018 auf 83 385 und im Jahr 2028 auf nur noch 76 189 Einwohner –  „in vorsichtiger Einschätzung der zukünftigen Wanderungsbewegungen orientiert an den bisherigen Entwicklungsverläufen“, schreiben die Autoren.

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