Forderung nach mehr Bürgernähe: Landrat setzt auf „Optimierung der Verwaltungsabläufe“

Kreis hält wenig von einem Umbau

Sind die Türen des Kreishauses zu oft verschlossen? Der Kreis weist den Vorwurf zu starrer Öffnungszeiten zurück und verweist auf Terminabsprachen auch zu anderen Zeiten. Foto: Wendlandt

Uelzen. Die politische Debatte ist längst entbrannt, jetzt nimmt auch die Verwaltungsspitze Stellung zur Forderung von CDU, FDP und Rentnerpartei, das Kreishaus umzubauen zu einem modernen Dienstleistungszentrum für den Bürger.

Es bedürfe weniger eines Umbaus der Kreisverwaltung in das geforderte Dienstleistungszentrum, als vielmehr „einer stetigen Weiterentwicklung und Optimierung der Verwaltungsabläufe“, erklärte Landrat Heiko Blume gestern in einer Pressemitteilung.

Die Kommunalpolitiker hatten vergangene Woche mehr Bürgernähe vom Kreis eingefordert sowie eine effektivere und effizientere Verwaltung angemahnt und eine mangelnde Dienstleistungsmentalität kritisiert (AZ berichtete).

„Eine Einrichtung wie die Kreisverwaltung zu optimieren, ist ein ständiger Prozess, dem wir uns keinesfalls verschließen, sondern aktiv vorantreiben“, sagt dazu Landrat Dr. Blume. So hätten viele der Mitarbeiter kürzlich die Gelegenheit ergriffen, die von ihm initiierte Einwurfbox zu nutzen, um Kritik anzubringen wie auch Verbesserungsvorschläge zu machen. Dort sind über 150 Beiträge eingegangen.

Dass der Landkreis bereits heute gute Leistungen abliefere, zeigten auch die Ergebnisse von Kundenbefragungen sowohl im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt als auch in der Wirtschaftsförderung, ebenso wie im Bauordnungsamt. Allein im Veterinäramt hätten 97 Prozent der Befragten angegeben, dass sie mit der Arbeit des Amtes zufrieden oder sehr zufrieden waren, freut sich der Landrat.

Blume betont aber auch: „Es liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alles, was die Kreisverwaltung an Leistungen erbringt, als Dienstleistung empfunden wird, da Eingriffs- und Ordnungsverwaltung ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist.“ Soweit in dem Antrag der CDU-FDP-RRP-Gruppe ausgeführt wird, dass Bürgernähe durch flexible Arbeitszeiten entsteht, „bleibt festzustellen, dass dies bereits seit Jahren in der Kreisverwaltung praktiziert wird“, so der Landrat. Er räumt aber ein, „dass bei aller Kundenorientierung in Krankheitsfällen auch mal Engpässe entstehen können.“ Vor dem Hintergrund einer effizienten Stellenausstattung mit Blick auf die Kosten sei dies aber nachvollziehbar.

Von Thomas Mitzlaff

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