Kreis favorisiert Löns-Schule

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Wird die Uelzener Hermann-Löns-Schule zum neuen Domizil für den Standort Veerßer Straße der BBS II? Diese Lösung wäre mittelfristig die günstigste, meint die Kreisverwaltung.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Die Pestalozzischule ist als neues Domizil für den Standort Veerßer Straße der Berufsbildenden Schulen (BBS) II in Uelzen möglicherweise aus dem Rennen. Wie Landrat Theodor Elster gestern mitteilte, wäre ein Einzug des geplanten BBS-II-Kompetenzzentrums für die Erzieher-Ausbildung in die städtische Hermann-Löns-Schule „mittelfristig günstiger“ als die Unterbringung in der kreiseigenen Pestalozzischule.

Zahlen wollte Elster dazu noch nicht nennen. Der Grund: Die Kreisverwaltung habe dem Kreisausschuss am Dienstag nur grobe Kostenschätzungen zu den beiden Varianten vorlegen können. Genauere Angaben sollen zu den an diesem Wochenende anstehenden Haushalts-Klausurtagungen der Kreistagsfraktionen folgen.

Welches Schulgebäude den Zuschlag erhält, darüber muss nun die Kreispolitik entscheiden. Nach Elsters Meinung sprechen die günstigen Mietkonditionen für die Hermann-Löns-Schule. „Die Stadt würde uns das Gebäude zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen. Wir müssten nur für die Bewirtschaftungskosten und die anteilige Abschreibung aufkommen“, sagt er.

Zudem seien in der Löns-Schule keine größeren baulichen Veränderungen erforderlich. Anders sehe das in der Pestalozzischule aus: Dort rechnet die Kreisverwaltung mit Sanierungskosten von rund 1,7 Millionen Euro. Ein weiterer Vorteil ist für Elster die Nähe der Löns-Schule zum BBS-II-Standort Esterholzer Straße.

Sollte das geplante Kompetenzzentrum tatsächlich in der Löns-Schule eingerichtet werden, müssten sieben Klassen des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG), die dort zurzeit untergebracht sind, umziehen. Sie könnten für die Dauer von voraussichtlich vier Jahren in die Pestalozzischule wechseln, skizzierte Elster das mögliche Szenario. Dadurch hätten die HEG-Schüler auch kürzere Wege zu ihrem Hauptgebäude an der Albertstraße. Einen Umzug der BBS II schon zum Beginn des neuen Schuljahres im August 2011 hält Elster für wünschenswert. Ob sich das zeitlich verwirklichen lässt, kann er aber noch nicht sagen.

Sollte sich die Kreispolitik tatsächlich für die Löns-Schule entscheiden, wären die 600 000 Euro, die der Landkreis bereits für eine Teilsanierung der Pestalozzischule ausgegeben hat, jedoch nicht verschwendet, betont Elster. „Natürlich hätten wir das nicht investiert, wenn wir das vorher gewusst hätten“, sagt er. Die Kreisverwaltung sei ursprünglich aber davon ausgegangen, dass die Pestalozzischule dauerhaft schulisch genutzt wird. „Seit einigen Monaten haben wir aber eine neue Informationslage“, so Elster.

Nach Ansicht von Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, muss nun eine wirtschaftliche Lösung gefunden werden, „die pädagogisch sinnvoll und verantwortbar ist“. Voigtländer ist sich aber auch bewusst: „Das kann eine Gratwanderung sein.“

Die SPD wolle auf ihrer Klausurtagung am Wochenende über den künftigen Standort der BBS II entscheiden. Dann müsse sich die Kreisverwaltung aber detaillierter über die zu erwartenden Kosten äußern. „Ich bedauere, dass ich noch keine ausreichende Zahlenbasis habe“, sagt Voigtländer. Doch er ist überzeugt: „Die Löns-Schule bietet beste Voraussetzungen für einen Einzug der BBS II.“ Sollte das auch die wirtschaftlichere Alternative sein, „dann werden wir das machen“.

Noch recht verhalten äußert sich hingegen CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese, der am Dienstag aus Krankheitsgründen nicht an der Kreisausschuss-Sitzung teilnehmen konnte. „Es müssen jetzt exakte Zahlen auf den Tisch gelegt werden“, fordert auch er und verweist auf die anstehenden Klausurtagungen. „Wir wollen das BBS-Gebäude an der Veerßer Straße möglichst schnell leerräumen. Die Frage ist nur, in welchem Zeitraum das möglich ist und ob das alles auch in die Löns-Schule passt“, sagt Reese.

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