Land Niedersachsen verteilt 3000 Flüchtlinge im Eilverfahren um

Kreis erwartet doppelte Zahl an Asylbewerbern

Uelzen/Landkreis. Im Landkreis Uelzen werden diese Woche etwa doppelt so viele Asylbewerber ankommen, wie geplant: Während bis Ende September eigentlich 30 Flüchtlinge pro Woche angekündigt waren, werden bis Mittwoch 60 Menschen eine Bleibe brauchen.

Heute kamen bereits 40 Asylbewerber in der Uhlenköperstadt an, informiert Kreissprecher Martin Theine gestern auf AZ-Nachfrage.

Grund für die hohe Anzahl ist nicht etwa eine neue Welle Asylsuchender, die ins Land strömt, sondern eine Umverteilungsaktion des Landes Niedersachsen: In dieser Woche werden bis zu 3000 Flüchtlinge zu einem deutlich früheren Zeitpunkt von den Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Kommunen und Landkreise verteilt, als zunächst vorgesehen. „Aktuell ist die Situation in den Landesaufnahmeeinrichtungen stark angespannt, rund 1500 Flüchtlinge müssen wöchentlich aufgenommen werden“, begründet das Innenministerium die Umverteilung, über die die Kommunen etwa vor einer Woche informiert worden waren.

Für den Landkreis Uelzen sei die veränderte Lage eine Herausforderung, aber lösbar. „Es stehen noch genügend private Wohnungen zur Verfügung“, erklärt Kreissprecher Theine. Dennoch sei der Landkreis darauf angewiesen, dass Einwohner weiteren Wohnraum für Asylbewerber melden. Theine: „Wir sind bei der Wohnraumakquise. Aber die erste Gemeinschaftsunterkunft – die in der Nothmannstraße – ist erst zum 1. Oktober fertig. Es wird also eng.“

Rund 550 Flüchtlinge und Asylbewerber leben derzeit im Landkreis. Im Oktober sollen zunächst 80 Asylbewerber in die dann vom DRK-Kreisverband betriebene Unterkunft an der Uelzener Nothmannstraße einziehen, im Januar weitere 70. Zusätzlich soll auf dem Gelände der Uelzener Obdachlosenunterkunft am Fischerhof ein Neubau entstehen, in dem rund 120 Flüchtlinge ein zeitlich befristetes Zuhause finden sollen.

In Bad Bevensen hat sich der Pool aus Ehrenamtlichen, der sich um die Bewohner der ersten Asylbewerber-Sammelunterkunft des Landkreises – der Villa im Park – kümmert, auf die steigenden Zahlen eingestellt: „Wir sind jetzt auf Knopfdruck ja nicht mehr Ehrenamtliche. Wir versuchen darum die Bewohner, die schon länger da sind, in die Pflicht zu nehmen“, sagt Bevensens Bürgermeister Martin Feller, der seit der Einrichtung des Asylbewerberheims in der Villa im Park mehrmals wöchentlich vor Ort ist.

Von Wiebke Brütt

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