Neueste Zahlen – auch jene aus Lüchow-Dannenberg

Krebs durch den Castor? Gesundheitsamt legt erstmals belastbare Zahlen vor

+
Das atomare Zwischenlager Gorleben, in Hintergrund die Castor-Behälter: Die Transporte durch die Region sorgten stets für Befürchtungen einer Gesundheitsbelastung der Bevölkerung.

Lüchow. Sie war ständig präsent: Die Befürchtung, dass der in Gorleben eingelagerte Atommüll oder die zurückliegenden Castor-Transporte einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben. Neue Auswertungen des Landeskrebsregisters lassen einen solchen Schluss hingegen nicht zu.

Zum ersten Mal sind in den neuesten Zahlen, die aus dem Jahr 2013 stammen, auch jene aus Lüchow-Dannenberg nahezu vollständig enthalten.

Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg, lobte, dass es erstmals gelungen sei, rund 90 Prozent der hiesigen Krebsfälle zu melden. Er bezeichnet diese Entwicklung als „großen Schritt der Ärzteschaft nach vorne“. Für die häufigsten Krebsarten lauten die Lüchow-Dannenberger Zahlen:

Prostatakrebs...

...ist die häufigste Krebserkrankung bei den Männern. In den Jahren 2008 bis 2012 hat es im Schnitt 41 solcher Fälle pro Jahr gegeben. Ein relativ niedriger Wert, den Wermes auf „zu wenige Meldungen“ zurückführt.

Brustkrebs...

...ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In den Jahren zwischen 2008 und 2012 erkrankten im Schnitt jährlich rund 56 Frauen daran, 2013 waren es 51. Wermes ordnete den Wert als leicht, aber statistisch nicht evident und deshalb zufällig erhöht ein.

Lungenkrebs...

...ist bei Männern die zweithäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Krebsart. Zwischen 2008 und 2012 erkrankten daran im Schnitt jährlich 29 Männer und zwölf Frauen, 2013 waren es 27 Männer und 16 Frauen. Das entspricht einer leichten, aber statistisch laut Wermes nicht signifikanten Erhöhung.

Darmkrebs...

...ist bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebsart. Zwischen 2008 und 2012 erkrankten pro Jahr durchschnittlich 23 Männer und 25 Frauen daran, 2013 waren es 25 Männer und 24 Frauen. Die Werte bewegten sich laut Wermes leicht unter dem Schnitt, allerdings ebenfalls ohne Signifikanz.

Schilddrüsenkrebs

Diese Erkrankung ist zwar selten, für die Lüchow-Dannenberger Auswertung aber nicht unerheblich, weil unter anderem radioaktive Strahlenbelastung die Krankheit auslösen kann. Doch die Fallzahlen – zwischen 2008 und 2013 erkrankten im jährlichen Durchschnitt 0,4 Männer und eine Frau – bewegen sich deutlich, wenn auch nicht statistisch signifikant, unterhalb des Durchschnitts.

Leukämie

Atomare Strahlung kann auch Blutkrebs auslösen. Doch auch bei dieser Erkrankung gilt laut Wermes: Die Zahlen sind zwar leicht, aber nicht signifikant erhöht. Zwischen 2008 und 2012 erkrankten durchschnittlich sechs Männer und vier Frauen daran, 2013 waren es sechs Männer und fünf Frauen. Wermes betonte, dass auch er sich die Lüchow-Dannenberger Leukämie-Zahlen sehr genau ansehe, bisher aber nie eine Auffälligkeit zu entdecken gewesen sei.

Von Benjamin Piel

Kommentare