Kostenneutrale Lösung?

Mehr Platz zum Flanieren und Verweilen?

Uelzen - Von Marc Rath. SPD-Fraktionschef Manfred Daum strebt an, dass der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause eine grundsätzliche Entscheidung über die Erweiterung der Fußgängerzone fällt. Der Sozialdemokrat ist optimistisch, dass sich am 21. Juni die Ratsmehrheit von SPD und FDP für eine Verlängerung in die Veerßer Straße bis zur Turmstraße ausspricht. Sozial- und Freidemokraten wollen das Thema in ihrer nächsten Gruppensitzung am 8. Juni beraten. „Ich gehe davon aus, dass diese Variante auch von der FDP unterstützt wird“, sagt Daum und verweist darauf, dass der kleinere Partner zu Beginn der Diskussion bereits diese Variante vorgeschlagen hatte.

„Es ist der kleinste gemeinsame Nenner“, kommentiert der SPD-Fraktionsvorsitzende die Variantendiskussion, die von der Beibehaltung des Ist-Zustandes bis zu einer vollständigen Sperrung der drei Marktstraßen für den Autoverkehr reichte (AZ berichtete). „Es ist zunächst eine Entscheidung über das ,Ob‘, aber noch nicht über das ,Wie‘?“, räumt Daum ein. Diese Frage hatte die vom Stadtrat eingesetzte Arbeitsgruppe entgegen ursprünglicher Planungen ausgeklammert. Daum schlägt nunmehr vor, dass in einer neuen Konstellation sich alle unmittelbar Beteiligten und Betroffenen in einer neuen Arbeitsgruppe zusammensetzen „und sich um eine konkrete Gestaltung Gedanken machen“.

„Das wird noch Konfliktstoff bergen“, ahnt Daum angesichts des keineswegs ungetrübten Verhältnisses, dass etwa Einzelhändler und Marktbeschicker pflegen. Bei der Ausdehnung von Cafés oder einer „weiteren Möblierung“ müssten daher zuvor einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Der SPD-Fraktionschef erwartet hier kurzfristige Entscheidungen bis zum Spätsommer, „damit die Fußgängerzone noch in diesem Jahr eingerichtet werden kann“.

Große finanzielle Spielräume sieht der Sozialdemokrat indes angesichts der neuen Sparrunde nicht mehr. Die Bauverwaltung hat den Umbau der Veerßer Straße mit 200 000 Euro veranschlagt und rechnet mit einer Förderung durch die europäischen Ziel-1-Mittel, „aber es bleibt die Frage des Eigenkapitals der Stadt. Das werden wir möglicherweise dieses Jahr nicht mehr wuchten können“, schätzt Daum die Situation ein. Er plädiert daher dafür, die Erweiterung der Fußgängerzone „kostenneutral zu realisieren“: „Ob Bordsteinkanten abgesenkt werden oder nicht, ist kein Punkt, an dem das Projekt scheitern darf.“

Kommentare