Hat Dannenberger Unternehmen 360 000 Euro zu viel berechnet?

Kostenexplosion am Alten Rathaus: Klagen laufen

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Die Sanierung des Alten Rathauses beschäftigt das Landgericht.

Uelzen. Zwei Jahre nach Abschluss der Arbeiten am Alten Rathaus in Uelzen beschäftigt das Großprojekt, bei dem es zu einer Kostenexplosion kam, das Landgericht in Lüneburg.

Wie berichtet, sollte die Sanierung des historischen Baus im Herzen Uelzens ursprünglich 1,9 Millionen kosten. Als die Arbeiten fast abgeschlossen waren, wurde bekannt, dass sie durch eine letzte Kostensteigerung um 600 000 Euro mit 3,8 Millionen doppelt so teuer wurden wie zunächst angenommen.

Das Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg, das für das Projekt verantwortlich war und sich durch die Kostenexplosion scharfer Kritik ausgesetzt sah, geht nun in zwei Klageverfahren gegen Firmen aus Hamburg und Dannenberg vor. Von den Beklagten seien zu hohe Rechnungen gestellt worden, argumentiert das Gebäudemanagement. Es streitet in beiden Verfahren um einen Betrag von rund 370 000 Euro, informiert das Landgericht auf Anfrage.

Im Klageverfahren gegen die Firma aus Hamburg dreht es sich um rund 10 000 Euro. Das Unternehmen war mit den Innenputz-Arbeiten beauftragt. Seitens des Gebäudemanagements erfolgten während der Arbeiten Abschlagszahlungen. Die Firma überraschte dann mit einer aus Sicht des Gebäudemanagements zu hohen Abschluss-Rechnung. Gestritten wird nach Angaben des Landgerichtes unter anderem, ob alle in der Rechnung ausgeführten Leistungen erbracht wurden und auch die Mengenangaben von Arbeiten zutreffend sind.

Um den deutlich höheren Betrag von fast 360 000 Euro geht es im Verfahren gegen den Dannenberger Betrieb. In seinen Händen lagen die Rohbau-Arbeiten. Auch in diesem Fall erscheint dem Gebäudemanagement der Gesamtrechnungsbetrag zu hoch. Im Detail wird über Stundenabrechnungen sowie über die Erteilung von Nachtragsaufträgen gestritten.

Dass das Gebäudemanagement den Rechtsweg in Sachen Altes Rathaus bestreiten will, hatte die von der Stadt Uelzen sowie von den Kreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg getragene Gesellschaft im Juni bereits angekündigt.

Von Norman Reuter

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