Von österlichen Kunstwerken und exzentrischen Ausstellern in Holdenstedt

Kostbare Eier im Schloss

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Sie war der Hingucker beim Ostereiermarkt im Schloss Holdenstedt: Die Ostereier-Frau nennen die Besucher Meta Leefkens Wijhe aus den Niederlanden nicht nur wegen der augenfälligen Kopfbedeckung.

Uelzen-Holdenstedt. Ist das ein Federschmuck oder vielleicht doch ein Nest? Die Ostereier-Frau nennen die Besucher Meta Leefkens Wijhe.

Je zwei Eier baumeln von dem Kopfschmuck der exzentrischen Nieerländerin, die Ton in Ton vor ihren mit scharzem Zink überzogenen ovalen Kunstwerken im Schloss Holdenstedt sitzt. Schon beim ersten Rundgang über den Ostereiermarkt am Wochenende wird deutlich, dass die ausgestellten Werke nichts mit den Eiern zu tun haben, die Kinder zu Ostern im Garten finden.

Guendalina Warnecke lud die Kinder zum Eiermalen ein.

Hölzer aus allen Herren Ländern verarbeitet Autodidakt Rüdiger Marquarding aus Wustrow zu Eiern, die der Hand und dem Auge schmeicheln. Das Material bringen ihm Freunde von Fernreisen mit, etwa Zapfen vom australischen Banksia-Baum oder Silky Oak aus Tasmanien. Andere Künstler sammeln ihre Rohlinge das ganze Jahr, wie die winzigen Eier mit den zierlichen Motiven vom Zebrafinken. Die größten Eier zeigen vollständige Gemälde auf Straußeneiern. Landschaftsmotive, Tierporträts, Pflanzen, Sprüche und Verse in Sütterlin-Schrift oder gemalte Geschichten prangen auf den Eiern.

„Ich habe jedes Jahr eine andere Idee“, erzählt Heidrun Petronella Philipps. Vor gut 20 Jahren hat sie sich den kleinen österlichen Kunstwerken verschrieben. Der Rohling wird gegossen, glatt geschliffen, eine Glasur angefertigt und aufgetragen – viele Einzelschritte sind erforderlich, bevor die Eier mit Fayence-Keramik farbig gestaltet werden.

Die Ostereier von Rüdiger Marquarding sind aus Holz.

Ein Gemälde von Claude Lorrain hat Kunstmaler Klaus Steinhöfel aus Lemgow im Wendland auf ein Ei übertragen und mit einer kleinen Reise durch die Landschaft auf der Rückseite des Kunstwerkes im Stil des Malers ergänzt. ei den schwarzen Eiern von Meta Leefkens Wijhe bleibt Marion Zornow stehen. „Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt die leidenschaftliche Sammlerin aus Suhlendorf. Noch zögert sie, ein weiteres „Stehrümchen“ zu erwerben, wie ihr Mann die Objekte ihrer Sammlerfreude liebevoll bezeichnet. „Er hat ja recht“, gesteht Marion Zornow, „aber sie machen so viel Freude, weil die Künstler ihre Kunstwerke mit so viel Kunstfertigkeit, Sorgfalt und Liebe gestalten.“

Von Angelika Jansen und Gerhard Sternitzke

 

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