Hochkarätig besetz: Dritte Uelzener Musiktage an St. Marien ab dem 1. Juni

Konzerte mit 1600 Kindern

Kantor Erik Matz organisiert die einwöchigen Uelzener Musiktage, zu denen Künstler aus ganz Deutschland und zum Beispiel auch aus Schweden anreisen. Er erwartet viele Gäste zu den Veranstaltungen in St. Marien. Foto: Kaiser

Uelzen. Seit 17 Jahren lebt und arbeitet Kantor Erik Matz in Uelzen. In dieser Zeit hat er ein Musikleben rund um die Hauptkirche der Stadt zuwege gebracht, das verlässlich ein hohes Niveau besitzt.

Ob in Eigenaufführungen, mit Gästen in den Sommerkonzerten oder in den Orgelfestwochen beziehungsweise jetzt, das dritte Mal, die Uelzener Musiktage: Wo „Matz“ draufsteht, so kann man sicher sein, ist Qualität, Originalität und Leidenschaft für Musik drin.

Am 1. Juni, um 20 Uhr, starten die dritten Uelzener Musiktage, weil Matz „in diesem wunderbaren Raum“, der die Kirche ohne Zweifel ist, Musik in ihrer Vielfalt erklingen lassen will. Dafür ist er beständig auf der Suche, „das ist meine Lust“, sagt er. Das Programm will verschiedene Hörergruppen ansprechen und auch ein bisschen provozieren. Mit dem Kirchenmusiker sprach AZ-Mitarbeiterin Barbara Kaiser.

AZ: Herr Matz, sagen Sie uns, was der dritte Uelzener Musiksommer bringen wird?

Matz: Am Freitag, 1. Juni, geht es los: Eine Woche lang gibt es jeden Tag Musik der unterschiedlichsten Art. Insgesamt erwarten den Besucher zehn Veranstaltungen, die Schwerpunkte liegen auf den Wochenenden.

Wie kam es zu dieser speziellen Art der Programmgestaltung, die ja das klassische Orgelkonzert genauso sieht wie bearbeitete Noten von Bach & Co.

Viele der Gäste habe ich persönlich getroffen. Zum Beispiel Dieter Falk auf der Jahrestagung „Musikland Niedersachsen“. Die schwedische „Real Group“, die Adaptionen singen, auf einer Fortbildung des Deutschen Musikrats für Preisträger im deutschen Chorwettbewerb. Und der Organist Ludger Lohmann aus Stuttgart, einer der besten Organisten derzeit, ist ja quasi ein Kollege. Wenn ich irgendwo bin, höre ich genau hin und denke dann: Das könnte für Uelzen passen; so entstehen die Programme, die Einladungen.

In den Musiktagen wird der Zuhörer auch Bekannte wiedertreffen. Unter anderem die St.-Marien-Kantorei singt beim Eröffnungskonzert, das Blechbläserensemble „10forBrass“ hat Wurzeln auch hier im Landkreis und ist gerade dabei, sich einen Namen zu machen. Welche Veranstaltung würden Sie „den besonderen Akzent“ nennen?

Es gibt eine wunderbare Zusammenarbeit mit den Grundschulen. Am Montag und Dienstag, 4. und 5. Juni 2012, werden jeweils um 10 Uhr 1600 (!) Kinder gemeinsam singen. So viele Sänger hatte ich noch nie auf einmal unterm Taktstock, da freue ich mich sehr drauf.

Gibt es besonders erwähnenswerte Höhepunkte im Programm?

Das ist schwer zu sagen, da tut man immer einem Unrecht. Die „Real Group“ ist internationale Spitzenklasse. Vielleicht entdeckt ja das Publikum jeweils seinen Favoriten. Mein Wunsch wäre, dass sich beispielsweise die Posaunenchöre besonders für die „Kollegen“ Blechbläser interessieren, dass die Chöre bei vokalen Ereignissen präsent sein werden. Es gibt übrigens für Gruppen ab 15 Personen 20 Prozent Rabatt beim Eintritt!

Etwas Besonderes ist vielleicht das Nachtkonzert am Mittwoch, 8. Juni, 22 Uhr, mit Illumination und anspruchsvollem A-capella-Gesang. Gleichzeitig hat übrigens der Weinmarkt eröffnet.

Im ersten Konzert werden wir übrigens auf Wunsch das „Magnificat“ des Engländers John Rutter noch einmal singen. Das ist der zurzeit am meisten angesagte Komponist; er hat auch die Hochzeitsmusik für Prinz William und Kate geschrieben. Aber diese Noten sind ein richtiger Spaßbringer.

Vier große Sponsoren, die Sparkassenstiftung, der Lüneburgische Landschaftsverband, die Firma Hoppe und Metronom, machen diese dritten Musiktage auch finanziell möglich. Was wünschten Sie sich, das die Uelzener nach dieser Woche sagen?

Zunächst wünsche ich mir natürlich, dass ganz viele Leute kommen. Und dann vielleicht, dass sie am Ende sagen: Ja, was der Kantor macht, ist kulturell verlässlich und hochkarätig. Das wäre schön.

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