„Konzern nicht zersplittern“

Der Metronom-Betriebsrat kämpft dafür. dass es keine Ausdünnung der Infrastruktur und der Standorte gibt.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Berlin - Von Marc Rath. „Der Verkauf von Arriva Deutschland muss geschlossen als Ganzes an einen neuen Betreiber erfolgen“, das fordert der Betriebsratsvorsitzende der Metronom-Eisenbahngesellschaft, Andreas Panczyk, von der Deutschen Bahn: „Eine Zersplitterung des Konzerns nimmt die Chance auf eine funktionierende und effektive Konkurrenz am deutschen Verkehrsmarkt.“

Bei den 4400 Arriva-Beschäftigten in Deutschland, zu denen auch das Uelzener Eisenbahnunternehmen gehört, geht derzeit die Angst um ihre Arbeitsplätze um. Die Deutsche Bahn muss aus kartellrechtlichen Gründen die deutsche Sparte des von ihr erworbenen Arriva-Konzerns verkaufen. Den Zuschlag soll der Meistbietende erhalten. „Wir wollen nicht an einen Hedgefonds, sondern an ein richtiges Eisenbahnunternehmen verkauft werden“, betont Panczyk, der auch dem Gesamtbetriebsrat von Arriva angehört.

„Der Erwerber muss im Interesse der Bürger und der Beschäftigten verkehrspolitische und umweltpolitische Kompetenzen haben“, unterstreicht der Metronom-Betriebsratsvorsitzende. Insbesondere ein Finanzinvestor würde andere Interessen verfolgen, fürchtet Panczyk für diesen Fall Einschnitte bei der Infrastruktur und den Standorten sowie bei den sozialen Standards für die Beschäftigten.

Die Arbeitnehmervertreter haben sich mit ihren Forderungen auch an die Politik gewandt. Die SPD-Wahlkreis-Abgeordnete Kirsten Lühmann sichert ihnen Unterstützung zu: „Die Arriva-Mitarbeiter brauchen endlich Arbeitsplatzsicherheit“, sagt die Politikerin, die im Bundestag auch dem Verkehrsausschuss angehört: „Eine gesellschaftliche Verantwortung kann durch die Politik nicht eingefordert werden“, räumt Lühmann ein. Sie war vorige Woche jedoch bei einem Gespräch der SPD-Landesgruppe mit Bahn-Chef Rüdiger Grube dabei, in der die Sozialdemokraten „die Sicherstellung der Arbeitnehmerrechte bei einem Verkauf eingefordert“ haben. Die SPD-Politikerin fordert vor diesem Hintergrund schnellstmöglich Branchentarifverträge für das gesamte Eisenbahngewerbe.

Die Deutsche Bahn hat inzwischen bekräftigt, dass Arriva Deutschland nur im Gesamtpaket mit allen Gesellschaften veräußert werden soll. Von anfangs 30 seien noch fünf bis zehn potenzielle Käufer in der Auswahl. Bis Jahresende soll das Geschäft abgeschlossen sein.

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