Fachstelle für Sucht und Suchtprävention will Kauf von Alkohol erschweren

Kontrolliertes Trinken

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Bei der Alterskontrollscheibe kann das aktuelle Datum eingestellt werden. Durch den Abgleich mit dem Ausweis soll vermieden werden, dass Alkohol an Jugendliche verkauft wird.

Uelzen/Landkreis. Ein bisschen erinnern sie an Parkscheiben: Alterskontrollscheiben sollen Verkäufern in Stadt und Kreis Uelzen dabei helfen, das Alter von Jugendlichen, die Alkohol kaufen möchten, auszurechnen.

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen in Uelzen hat seit Anfang des Jahres 300 dieser Scheiben an Supermärkte, Tankstellen und Kioske verteilt. Verkäufer können bei der Scheibe das aktuelle Datum einstellen. Beim Abgleich mit einem Personalausweis soll so ohne langes Rechnen erkennbar sein, ob der Kunde über 16 Jahre alt ist und lediglich Bier, Wein und Sekt oder mit über 18 Jahren neben Tabak auch Alkohol jeglicher Art kaufen darf.

Die Zahl der Alkoholnotfälle bei Jugendlichen ist im Kreis Uelzen gesunken (AZ berichtete). Dennoch hat sich die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, die das Projekt „Hart am Limit“ (HaLt) koordiniert, zu diesem weiteren Schritt zur Alkoholprävention entschieden. Es sei inzwischen ein Bewusstsein dafür bei den Verkaufskräften vorhanden, lobt Anja Schmidt-Huth von der Fachstelle. Aber: „Wir haben die Alterskontrollscheiben verteilt, weil wir gehört haben, dass Jugendliche leicht an Alkohol kommen“, sagt sie.

Finanziert worden sei die Aktion aus Mitteln für das HaLt-Projekt, das der Landkreis finanziert, erklärt Martina Lapins, Leiterin der Fachstelle.

Auf AZ-Nachfrage waren Händler hinsichtlich der Kontrollscheibe geteilter Meinung. So gab es auch kritische Stimmen, zum Beispiel von Bärbel Krause, Inhaberin eines Lebensmittelmarktes an der Celler Straße. „Wir haben die Scheiben zwar ausgelegt, aber setzen sie nicht ein.“ Bei Tabakwaren und Alkohol geben die Kassen in ihrem Markt ein Alarmsignal. Das Display zeige in dem Moment das erforderliche Mindestalter an und auch, ab welchem Datum ein Kunde über 16 beziehungsweise 18 Jahre alt sei. „Sobald es grenzwertig ist, das Alter einzuschätzen, lassen wir uns den Ausweis zeigen“, erklärt Krause und fügt hinzu: „Das funktioniert gut, wir haben da keine Schwierigkeiten.“ Nach Angaben von Schmidt-Huth verfügen jedoch nicht alle Verkaufsstellen über ein solches Kassensystem.

Von Sophie Borm

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