Kurse zur Gewaltprävention sollen Chance zur Weiterentwicklung bieten

Konflikte leichter lösen

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Die Referentin aus Stuttgart, Susanne Haak, stand nach dem Vortrag für Fragen zur Verfügung.

Uelzen. In dem „Projekt Alternativen zur Gewalt“ (PAG) lernen die Teilnehmer, kreativ und gewaltfrei mit Konflikten umzugehen. „Selbstvertrauen und gegenseitiger Respekt sind dafür wichtige Grundlagen.“

Das hat Susanne Haak bei der Versammlung des Präventionsrates Uelzen berichtet. „Das Konzept fußt auf der Überzeugung, dass es in jedem Menschen eine Kraft des Guten und des Friedens gibt“, erzählte Haak von der Entstehung der zweitägigen Lehrgänge, die bislang überwiegend in Gefängnissen umgesetzt wurden. In Uelzen fanden schon über 60 dieser Lehrgänge statt, ergänzte Hermann Kalinowski, Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Uelzen.

Hermann Kalinowski

Die Kurse seien für jeden Teilnehmer ein Gewinn, so Haak, weshalb das Projekt nun auch außerhalb der Einrichtungen angeboten werden solle. Hierfür sollen in Uelzen weitere Trainer ausgebildet werden. Alle, die neue Wege zur Konfliktlösung gehen möchten, sollten sich angesprochen fühlen. Menschen in Familien, Schulen, Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Kirchen und anderen Einrichtungen, wo die Lösung von Konflikten zur täglichen Übung gehören. Erfahrungsgemäß, so die Referentin, fühlen sich nicht nur Menschen angesprochen, die mit ihrer eigenen Gewaltbereitschaft einen Umgang finden wollen, sondern auch Personen, die der Gewaltbereitschaft anderer gewaltfrei entgegentreten wollen.

Duch strukturierte Übungen und Rollenspiele sollen die Teilnehmer neue Erfahrungen zur Konfliktbewältigung machen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und eigenen Verhaltensmuster zu überdenken, und erwerben die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten zu unterscheiden. „Damit stärken diese Menschen nicht nur die eigene Persönlichkeit“, beschreibt Haak das Ziel des Projektes. Die Teilnehmer erhalten in den weitergehenden Kursen mit der Ausbildung zum Trainer neue Sichtweisen zur Entstehung und dem typischen Ablauf von Konflikten, lernen Methoden kennen, die in Gruppen vorbeugend angewendet werden können und sind in der Lage selbst Lösungswege zur Konfliktbewältigung zu erarbeiten, um diese Dritten anzubieten. Streit nicht mehr nur als vermeidbares Übel anzusehen, macht es vielen Menschen einfacher Konflikte auch auszutragen anstatt ihnen völlig aus dem Weg zu gehen, was nicht selten Potenzial für eine Eskalation in sicht birgt. „Nehmen sie den Konflikt als Chance zur Weiterentwicklung wahr, dann können förderliche Kräfte freigesetzt und soziale Kompetenzen entwickelt werden.“

Von Angelika Jansen

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