Von Woche zu Woche

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Das Ziel sollte allen Fusions-Samtgemeinden klar sein: Das Land Niedersachsen gibt Geld, wenn gewährleistet wird, dass bis 2016 die schwarze Null steht. Heißt: Es muss gespart werden, wo es möglich ist. Ende 2011 erfolgten die Unterschriften unter die Zukunftsverträge und erst jetzt scheinen einige zu merken, dass das Geld nicht mehr so locker in der Tasche sitzt.

Jörn Nolting

Jeder Privatmensch kennt es doch auch. Mal angenommen, ich kaufe mir ein teures Auto und habe einen Kredit laufen, dann kann ich nicht auf der anderen Seite versprechen, dass ich jedes Jahr einen kostenintensiven Urlaub machen werde. Im Gegenteil – ich muss gucken, ob ich mein Leben so fortsetzen kann wie bisher. Das sollten die Vertreter der Gemeinden und Samtgemeinden auch tun. Deshalb ist der aktuelle Streit in der Samtgemeinde Aue völlig überflüssig. Selbst wenn man unterschiedlicher Meinung ist, dann sollten Gespräche unter vier Augen stattfinden und die Positionen ausgetauscht werden.

Über allem steht jedoch das große Ziel, das alle Vertreter mit unterschrieben haben: sparen, sparen, sparen. Ein wenig Verständnis hat der außenstehende Beobachter schon, dass sich natürlich jeder für „seine“ Gemeinde einsetzt, aber auch beim so genannten Kirchturmdenken darf es keine heiligen Kühe wie Schulen und Schwimmbäder mehr geben – alles muss zumindest auf den Prüfstand. Wo soll denn sonst in drei Jahren die schwarze Null herkommen? Ist vielleicht auch in der Samtgemeinde Aue ein externer Berater notwendig wie in Bevensen-Ebstorf?

Der kostet zwar wiederum Geld, sorgt aber für einen neutralen Blick und dafür, dass weniger intern gestritten wird, sondern vieles auf eben jenen Berater abgewälzt werden kann. Ein weiteres Problem: Aus Sicht der Gemeinden wird es immer Gewinner oder Verlierer geben. Einer der beiden Fusionspartner wird sich benachteiligt vorkommen. Auch hier gilt: Vergangenheit abhaken und nach vorne schauen.

Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber die neuen Samtgemeinden müssen jetzt ihre Startschwierigkeiten in den Griff bekommen und konstruktiv auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Denn sonst verlieren die Beteiligten durch Nebenkriegsschauplätze das ganz große Ziel sehr schnell aus den Augen.

joern.nolting@az-online.de

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