Dorfhelferin Ulrike Witte unterstützt Familie Möller in Hohenzethen

Mit Kochlöffel und Empathie

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Einsatz im Grünen: Dorfhelferin Ulrike Witte bei Henrike, Johanna, Juliane, Lennart und Carsten Möller (von links) und Hund Charlie in Hohenzethen.

Uelzen/Hohenzethen. Len-nart „gärtnert“ gerne zu Hause. Der Sechsjährige hat Spaß daran, im Garten seiner Familie in Hohenzethen mitzuarbeiten.

In den vergangenen Wochen hat er dort zusammen mit Ulrike Witte geackert, einer Dorfhelferin, die der Familie zur Seite stand – denn Lennart und seine achtjährige Schwester Juliane haben vor zwei Monaten ein Geschwisterchen bekommen: Johanna. Während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt gab es für Henrike Möller und ihren Mann Carsten Unterstützung durch das Dorfhelferinnenwerk.

„Das ist echt Gold wert“, sagt die dreifache Mutter. Sie habe eine schwere Geburt gehabt und erhole sich nun davon. Somit müsse sie sich nicht während des Stillens Gedanken über die Versorgung der anderen Kinder und die Arbeit im Haus und auf dem Hof machen, schildert sie und strahlt dankbar die Dorfhelferin an. „Wenn man sich drauf einlässt, dann klappt das auch“, stimmen Möllers und Ulrike Witte überein. Zuvor habe die Familie schon Erfahrung mit anderen Dorfhelferinnen gemacht. Wichtig sei die Herangehensweise: „Wir freuen uns, dass jemand meine Frau entlastet und dass die Chemie passt“, erklärt Carsten Möller. Ganz offensichtlich ist das zwischen Ulrike Witte und den Hohenzethenern der Fall. Offenheit, Menschenliebe und Empathie machen ihre Arbeit aus: „Man ist sehr nah dran an den Menschen, das ist mit das Spannendste an meinem Beruf“, berichtet die 48-Jährige. „Viele Menschen haben am Anfang Bedenken, eine Fremde so nah in die Privatsphäre zu lassen.“ Aber Dorfhelfer unterliegen der Schweigepflicht, erklärt sie. Für das „Allround-Talent“ verlief der Alltag nach einem festen Zeitplan: Morgens Lennart in den Kindergarten bringen, Haushalt und Wäsche erledigen, für bis zu acht Familienmitglieder und Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs Mittagessen kochen und aus dem Kindergarten abholen – Tätigkeiten, die sonst Henrike Möller ausübt. „Das muss alles gut organisiert sein“, weiß Witte. Denn direkt nach der 30-minütigen Mittagspause geht es weiter: Juliane bei den Hausaufgaben über die Schulter schauen oder mit ihr Stadt-Land-Fluss spielen, sie zur Klavierschule oder zum Schwimmen bringen, im Garten helfen oder auch mal auf dem Kartoffelroder... „Die Versorgung der Familie steht im Vordergrund, und wenn dann noch Zeit ist, helfe ich auch beim Kartoffeln sortieren“, sagt sie. „Ich bin immer froh, wenn ein Garten da ist, das ist ein ganz guter Ausgleich.“ „Hier braucht Ulrike sich nicht zu langweilen“, scherzt Lennart und erntet dafür ein Schmunzeln.

Von Diane Baatani

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