„Wo ist der Knopf fürs Blaulicht?“

Gleichgewichtstest auf wackeligem Untergrund.

Uelzen. Simon ist fünf und ihn interessiert – im Rettungswagen vorm Klinikum sitzend – nur eines: Wo ist der Knopf fürs Blaulicht? Er darf ihn sogar drücken und Rettungsassistent Helmut Schnatzer zeigt ihm, dass auf dem Dach die zuckenden Lichter angehen. Im Notarzteinsatzwagen erbittet sich der Knirps noch einen Kugelschreiber und weg ist er. Die Sirene darf er nämlich nicht anstellen. Leider!

Schnatzer arbeitet seit über 20 Jahren in seinem Beruf und er macht ihn immer noch mit Herzblut. „Wenn eine Reanimation erfolgreich war“, sagt er, „und Sie treffen dann den Patienten irgendwo – er selber erkennt Sie ja nicht – davon zehren Sie schon eine Weile.“ Ein Erfolgserlebnis, bei dem es um Leben und Tod ging.

Am Sonnabend lud das Klinikum Uelzen zum Gefäß- und Schlaganfalltag und wie schon vor einem halben Jahr war der Besucherandrang sehr groß. Eine halbe Stunde vor Eröffnung standen die Gäste schon bei der Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern an. Diese Ausgabe des Gefäßtages hatte viele Teststationen. So konnte man sein Gleichgewicht überprüfen und zehn Minuten lang mit einer Geschwindigkeit von zweieinhalb Stundenkilometern auf dem Laufband gehen, als Prüfung, ob die Gefäße mitspielen.

Ernährungsberatung gab es, Blutdruckmessungen und Zuckertest. Über die Gefahren des Rauchens wurde aufgeklärt; wussten Sie beispielsweise, dass in Deutschland täglich 383 Menschen an den Folgen dieser Sucht sterben?

Verschiedene Vorträge wollten sensibilisieren für diese Krankheit, die, kommt es zum Ernstfall, so viele Ursachen und vor allem dramatische Folgen hat.

Auch Aenne Kaufmann hat Angst vor einem Schlaganfall, sagt sie. Dabei gehört sie ganz bestimmt nicht zur Klientel, die sich Sorgen machen müsste. Sie ist 80, was ihr keiner ansieht, tanzt mit ihrem Mann im Sportverein, wandert täglich ihre dreieinhalb Kilometer. Geraucht hat sie nie.

Es fiel auf, dass die große Mehrzahl der Besucher im Klinikum die 50 recht weit überschritten hatte. Ein Schlaganfallrisiko nimmt zwar mit steigendem Alter zu, verschont aber keine Altersgruppe sagen die Statistiken. 300 000 Patienten sind jährlich in Deutschland betroffen, darunter 300 Kinder.

Von Barbara Kaiser

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