Projekt zur psychiatrischen Versorgung in der JVA startet

Der Weg aus dem Knast

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Die Uelzener JVA ist an einem Projekt beteiligt, das Strafgefangene mit psychiatrischen Störungen fördern soll.

dib Uelzen/Hannover. Die Anstaltspsychologin der Uelzener Justizvollzugsanstalt ist an einem landesweiten Projekt zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im Justizvollzug beteiligt.

Auch Vertreter der Gefängnisse Oldenburg, Lingen, Hannover, Celle und Sehnde nehmen daran teil, die Leitung hat der stellvertretende Chef der Jugendanstalt Hameln, Wolfgang Kuhlmann, inne.

„Strafgefangene haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich häufiger psychiatrische Störungen“, sagte die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz bei der gestrigen Auftaktveranstaltung. Psychiatrische Störungen der Insassen stünden oftmals mit Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit in Zusammenhang, und ohne Behandlung erhöhe sich die Rückfallgefahr. „Je frühzeitiger – insbesondere bei Jugendlichen – psychiatrische Störungen erkannt und fachkundig behandelt werden, umso größer sind die Chancen, den Weg aus Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit herauszufinden“, erklärte Niewisch-Lennartz. „Der Ausbau der psychiatrischen Versorgung ist gut investiertes Geld, weil Rückfälle nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gefährden, sondern auch teuer sind.“

Innerhalb eines Jahres wollen die Beteiligten ein Konzept erarbeiten, das eine medizinisch notwendige und wirtschaftlich sinnvolle Psychiatrie im Justizvollzug ermöglicht. Einen Schwerpunkt soll dabei insbesondere die Weiterentwicklung der Jugendpsychiatrie einnehmen. Die Ergebnisse des Projekts sollen bis März 2014 vorliegen. Zugleich soll die Bildung eines Bundes der norddeutschen Länder unter Federführung Niedersachsens untersucht werden. Niewisch-Lennartz will die Weiterentwicklung in der psychiatrischen Versorgung zu einem politischen Schwerpunkt ihrer Amtszeit machen.

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