Klotzen statt ausruhen

Wasserdicht: Zurzeit wird das Gemäuer eines zukünftigen Lernbüros verkieselt, damit keine Feuchtigkeit hochsteigt.

Uelzen. Die Arbeiten auf dem Gelände der Woltersburger Mühle zeigen enorme Fortschritte. In den letzten Monaten sind neue Gebäude entstanden und für ein weiteres wurde gerade das Fundament gelegt. Und die Reihe an Spenden, die zum Erfolg des Projektes beitragen sollen, reißt nicht ab. Von Diane Baatani

Während die meisten Familien gerade die Ferien genießen, klotzen die Menschen aus den Arbeitsgelegenheiten richtig ran. Sie arbeiten daran, dass auf dem riesigen Gelände Touristen ihren Urlaub verbringen können. Die ersten Übernachtungsgäste haben bereits die beiden fertigen Pfahlhäuschen eingeweiht. Das dritte Holzgebäude ist noch nicht ganz fertig gestellt.

Im letzten Juli hatte der Uelzener Verein Integration durch Arbeit von Leiter Gerard Minnaard Betriebsferien eingelegt. „Der Winter war so lang“, erklärt Minnaard, „in diesem Jahr machen wir keine Betriebsferien, damit wir länger arbeiten können.“ So erhalten nur vereinzelt Mitarbeiter von den rund 40 beschäftigten 1,50-Euro-Jobbern Urlaub.

Bald bekommt das Mühlengelände neue Bewohner. Das Fundament für einen Stall ist bereits gelegt. Für ihn soll das Eichenholz aus einem alten Fachwerk-Stall in Haarstorf verwendet werden. Minnaards Verein hat es den vorigen Besitzern abgekauft. Der Stall wird dann Pferde beherbergen, und so vermutlich auch viele junge Gäste zur Woltersburger Mühle locken. Die 400 Quadratmeter große Kräuterspirale ist bereits angelegt, auf der Anhöhe ist der alte Mühlenstein eingesetzt. Minnaard und seine Mitarbeiter freuen sich schon auf die Düfte, mit denen voraussichtlich auch Schmetterlinge kommen, wenn alle Kräuter gepflanzt sind. „Ich finde es schön, dass man bei so einem Projekt auch nebenbei schon anfängt zu gestalten“, betont Minnaard. Die Kräuterspirale ist neben der Mauer aus Skulpturen eine weitere Attraktion, die von Jugendlichen aus der Produktionsschule erarbeitet wurde (AZ berichtete).

Am Mühlengebäude gibt es einen neuen 125 Quadratmeter großen Anbau, in dem eine Küche untergebracht wird. Hier werden Produktionsschüler für Gäste und ihre Mitschüler kochen, backen und sich um den Service kümmern. Die Nebenräumen nutzen Lehrer und das Personal. Die Bereiche Textil und Hauswirtschaft der Produktionsschule werden in diesem Gebäude zusammengelegt. Aber die Jugendlichen können dennoch weiterhin unterschiedliche Schwerpunkte in der Schulung setzen, wie es auch am derzeitigen Standort in der Esterholzer Straße der Fall ist.

Auch die Arbeiten im Mühlengebäude gehen voran. Im ersten Stock wird ein Café entstehen, im zweiten ein Seminarraum und ein Raum der Stille, der über eine neue Außentreppe zu erreichen ist. Wände für die Räume sind bereits hochgezogen.

Besonderheiten werden zwei Wintergärten sein: Einer geht zum Neubau hinaus, einer wird auf der Seite Richtung Wipperau entstehen. Auch die Brücke vom Gelände Richtung Oldenstadt wird erneuert. Die Stadt kündigt an, dass diese Arbeiten nach den Sommerferien vorgenommen werden. Das alte Mühlenrad soll anschließend aufgearbeitet die Fassade zieren.

Das Nachbarhaus wurde in zwei einzelne unterteilt, das Mittelstück abgerissen. Eines soll als Unterrichtsraum für die Produktionsschüler dienen, die parallel ihren Hauptschulabschluss nachmachen, das andere ebenfalls für Lernstunden und Verwaltung. Derzeit wird das Gemäuer verkieselt, damit die Feuchtigkeit nicht hochsteigt. Für das Material hat die Firma Schomburg aus Detmold gerade eine vierstellige Summe gespendet, die Mühle kann davon noch bis zum Ende des Jahres profitieren.

Auf dem Grundstück ist außerdem ein Neubau hochgezogen worden, der für die Heizung genutzt wird und mit dem historischen Trakt, der zukünftigen Werkstatt für die Bereiche Elektro- und Gebäudetechnik, verbunden werden soll.

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