Kleiner und sicherer – aber teurer

Nur noch halb so groß wie sein Vorgänger (links) ist der neue Personalausweis, der zum 1. November eingeführt wird. Er trägt einen Chip und eine digitale Unterschrift und kostet 28,80 Euro.

bs Uelzen.Er ist nur noch halb so groß wie sein Vorgänger, hat einen integrierten Chip und eine digitale Unterschrift. Die Rede ist vom neuen Personalausweis, der am 1. November bundesweit eingeführt wird. Doch zuvor müssen sich Antragsteller und die Mitarbeiter des Bürger- und Standesamtes der Stadt Uelzen auf zahlreiche Neuerungen einstellen.

Künftig können mit dem Ausweis im Scheckkartenformat Online-Einkäufe sicherer getätigt werden. Auf dem Chip werden die persönlichen Daten gespeichert und mittels einer sechsstelligen PIN je nach Bedarf freigegeben. Der Geschäftspartner bekommt die Daten nur zu sehen, wenn er dafür ein spezielles Zertifikat des Bundesverwaltungsamts erhalten hat. So können sich Kunde und Anbieter über die Identität des anderen sicher sein. Um den Ausweis für Geschäfte im Internet nutzen zu können, ist ein spezielles Lesegerät nötig. Auf dem Ausweis können auch Fingerabdrücke gespeichert werden, wenn dies vom Antragsteller gewünscht wird.

Neu ist auch der Preis, der ab dem 1. November für den Personalausweis fällig wird. 28,80 Euro kostet der künftige „Perso“, der dann für zehn Jahre gültig ist. Wer noch keine 24 Jahre alt ist, zahlt nur 22,80 Euro. Dann wird der neue Ausweis allerdings nur für die Dauer von sechs Jahren ausgestellt. Gegenüber dem heutigen Exemplar, das auch nach dem 1. November noch gültig ist, müssen die Bürger somit deutlich tiefer in die Tasche greifen: Aktuell sind dafür lediglich acht Euro an Gebühren zu entrichten.

Die Vorbereitungen auf die neuen Ausweise laufen im Uelzener Rathaus derzeit auf Hochtouren. „Leider ist diese Probephase für die Ausweisbehörden sehr viel kürzer als ursprünglich geplant. Statt zwei Monaten stehen nur noch zwei Wochen zur Verfügung“, berichtet Michael Wolpers, zuständiger Abteilungsleiter der Stadt. Das Bundesinnenministerium und die an der Umsetzung beteiligten Firmen hätten wegen umfangreicher Tests und der anschließend notwendigen Weiterentwicklung der Soft- und Hardware „den Terminplan völlig durcheinander gewürfelt“, bedauert Wolpers.

Mit Hilfe des im Januar gegründeten IT-Verbundes im Landkreis Uelzen seien die jetzt freigegebenen Geräte mit der dazugehörenden Software kurzfristig installiert worden. Dadurch kann die verbleibende Zeit bis zum 1. November noch intensiv zum Testen genutzt werden. Die Mitarbeiter des Uelzener Bürger- und Standesamts haben sich bereits an zwei Seminartagen theoretisch auf die anstehenden Änderungen vorbereitet.

„Der Umstieg vom alten auf den neuen Personalausweis muss nicht überstürzt in Angriff genommen werden“, erläutert Wolpers. Auch wenn die alten Ausweise noch bis zum aufgedruckten Datum gültig bleiben, können die Bürger freiwillig vor dem Ablauf wechseln: Vom 1. November an kann jeder – unabhängig von der noch verbleibenden Geltungsdauer – den neuen Personalausweis beantragen.

Noch ist nicht absehbar, wie groß das Wechselinteresse der Uelzener sein wird. Deshalb hält das Bürger- und Standesamt auch am Sonnabend vorsorglich möglichst viele Schalter für die Antragsteller offen. Dennoch sollte man ein wenig Wartezeit einplanen. Denn absehbar ist: Die Beratungs- und Bearbeitungszeit der städtischen Mitarbeiter wird sich deutlich erhöhen.

Darüber hinaus ist es möglich, dass sich bis zum 31. Oktober noch viele Bürger bei der Stadt melden, die den alten Personalausweis bestellen wollen. Auch das könnte zu längeren Warte- und Bearbeitungszeiten führen.

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