Eltern und Schüler reagieren mit Demonstration auf Sparpläne der Stadt

Kleine Schulen wehren sich

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Lautstark für die Grundschule Molzen: Mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen machen sich die Schüler für den Erhalt ihrer Lehranstalt stark. Der Schulelternrat hat sogar schon eine Stellungnahme für die Fraktionen verfasst.

Uelzen. 1500 Unterschriften standen am Ende auf den Listen der Molzener, die sich am Sonnabend auf dem Herzogenplatz und auf den Marktstraßen für den Erhalt ihrer Grundschule stark gemacht haben.

„Wir haben bestimmt genau so viele“, resümiert Dirk Offermann, der die Demonstration ins Leben gerufen hatte – allerdings für die Veerßer Grundschule.

„Nein zur Massenkindhaltung“ und „Finger weg von meiner Schule“ prangerte auf den Plakaten der Grundschüler, die mit ihren Eltern den Weg nach Uelzen angetreten hatten. Trillerpfeifen und Vuvuzelas erklangen, während in weiter Ferne die Spielmannszüge aufspielten. Die Marktstraßen waren brechend voll, als sich die rund 300 Demonstranten auf ihre ambitionierte Tour aufmachten.

Am Rande des Protestmarsches schilderte Jan Herrmann das Vorgehen der Molzener: „Wir haben eine Stellungnahme für die Fraktionen verfasst.“ Das Schreiben ist an auch den Ersten Stadtrat und Kämmerer Jürgen Markwardt adressiert und betont die gute Arbeit der Grundschule, speziell das Inklusionskonzept, aber auch die Sanierung im vergangenen Jahr. Gerade das Thema Inklusion liegt auch vielen der Eltern am Herzen. „Wir wohnen in Uelzen, unsere Tochter Alina geht in die zweite Klasse, sie kann nicht laufen und nicht sprechen und wird in Molzen mit anderen Kindern unterrichtet“, schwärmt Christin Springer. Immo Bleeker vom Förderverein der Grundschule ist ebenfalls für den Erhalt der kleinen Grundschulen und kann sich in puncto Finanzen den Blick auf das Alte Rathaus nicht verkneifen. Er ist überzeugt davon, dass das soziale Gepräge in kleinen Schulen viel besser sei – genauso wie die Verbindung zu den Lehrern. Für die Veerßener war eine Unterschrift besonders wertvoll: Die des Ortsbürgermeisters Karsten Jäkel, der sich ihrer Meinung nach nicht deutlich genug hinter die Schule gestellt habe. Ebenfalls positiv überrascht waren die Demonstranten über das Erscheinen von Markwardt, der nach dem Zug durch die Innenstadt das Gespräch mit den Demonstranten suchte.

Von Jörn Nolting

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