Konzert im Oldenstädter Langhaus beendet die 7. Sommerakademie Lüneburger Heide

Klassik mit internationalem Flair

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Mengling Chen am Flügel „hämmert“ im Oldenstädter Langhaus Ligetis „Teufelstreppe“.

Uelzen-Oldenstadt. Meistens sieht man nur die, die auf der Bühne stehen. Doch die wahre Arbeit ist die Arbeit im Hintergrund. Daher lobt Hinrich Alpers am Sonntagabend nach dem zweiten Abschlusskonzert der 7.

Internationalen Sommerakademie Lüneburger Heide im Langhaus des Historischen Zentrums in Oldenstadt besonders die vielen Helfer in der Organisation, im Fahrdienst oder in der Küche. Als es gilt, die „Mutter“ der Sommerakademie mit einem Blumenstrauß zu ehren, zeigt sich Alpers befangen – gilt dieser Dank doch seiner Mutter Birgit Alpers-Meyer.

Und damit kommt dann auch Uelzens Ex-Landrat Dr. Theodor Elster für den Trägerverein ins Spiel. Er überreicht der Mutter des Leiters der Sommerakademie die Blumen für ihren fortwährenden Einsatz am PC, Laptop, Smartphone und für die Planung der vielen Dinge, die für den reibungslosen Ablauf dieser zehn Tage voller Musik notwendig sind.

Die Bühne bietet kaum Platz für alle: Hinrich Alpers mit den Teilnehmern der 7. Internationalen Sommerakademie Lüneburger Heide. Mit dem Abschlusskonzert am vergangenen Sonntag begeisterten die Musiker das Publikum.

Insgesamt waren es diesmal 34 junge Musiker, die ihre Fähigkeiten am Klavier durch Kurse bei den Dozenten Hinrich Alpers, Bernd Goetzke, Markus Groh oder Henning Vaut sowie bei Barbara Buntrock für das Fach „Bratsche“ verbesssern wollten. Sie bekommen für diese Mühe die begehrten Teilnahme-Urkunden und teilweise die Zusagen für Konzert-Stipendien. Lang anhaltender Beifall – auch stehend – zeigt die Begeisterung des Publikums für das zuvor gebotene Abschlusskonzert. Mozart steht auf dem Programm, Hoffmeister, Beethoven, Haydn und Liszt. Besonders letzterer würde sich darüber gefreut haben, mit welch, teils wahnwitzigem, Tempo Yung Hoon Chun (Südkorea) am Flügel das von Niccolò Paganini beeinflusste Stück „La Campanella“ darbietet und wie der Japaner Miyako Arishima bei „Chasse neige“ die Klangwellen durch das Langhaus wogen lässt. Etwas gewöhnungsbedürftig Toru Takemitsus „Rain Tree Sketch II“, den der Jordanier Karim Said an den Tasten zu Gehör bringt.

György Ligeti war ein Konzertabend bei der Sommerakademie gewidmet und auch an diesem Sonntag ist er mit zwei Etüden dabei, wobei besonders die atemlos machende „L’Escalier du diable“ (die Teufelstreppe) beeindruckt. Bis in die höchsten Töne hämmert der treibende, rhythmische Beat, Melodie wird angedeutet, Töne verlieren sich, finden sich wieder – Mengling Chen (China) variiert gekonnt unterschiedliche Geschwindigkeiten, setzt Höhepunkte. Ligeti ist nicht jedermanns Liebling, aber dies ist meisterhaft.

Das Kammerorchester Wratislavia aus Breslau spielte unter der Leitung von Jan Stanienda (links).

Doch die Krönung des Abends ist das abschließende Klavierkonzert Nummer 3 c-moll op. 37. Begleitet vom fabelhaften Kammerorchester Wratislavia aus Breslaua zeigen Yuka Morishige (Japan) und Yifan Hu (China), wie behutsam und mit welch großem Einfühlungsvermögen Ludwig van Beethoven hier das Klavier neben die Streicher stellt. Ganze Passagen gehören nur den Pianisten, werden sanft, nacheinander einsetzend von den Violinen, den Bratschen, dem Cello und dem Bass aufgefangen. Das ist Musik fürs Ohr und einen Riesenbeifall wert.

Letztlich sicher auch eine gute Werbung für die im kommenden Jahr vom 22. Juni bis 2. Juli stattfindende 8. Internationale Sommerakademie in Oldenstadt.

Von Folkert Frels

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